Gestalten, um die Sinne anzuregen!

Je digitaler unser Leben wird, desto mehr sehnen wir uns nach dem Greifbaren. Der Trend weg von harten Oberflächen hin zu Materialien, die sich gut anfühlen. Ilse Crawford ist weltberühmt für ihre Einrichtungs- und Innendesignprojekte. Gemeinsam mit ihrem Londoner Team „Studio Ilse“ hat sie für IKEA eine Kollektion entworfen, die die Sinne anregt.

Die SINNERLIG Kollektion besteht aus mehr als 30 Stücken für das Zuhause und kann grob in drei Kategorien eingeteilt werden: Arbeiten, Essen und Entspannen. Das Design der Möbelstücke ist offen gestaltet – wie und wo sie zum Einsatz kommen, ist jedem selbst überlassen. Um die Sinne anzuregen und uns stärker mit unserem Zuhause zu verbinden, wurden diese Stücke mit viel Aufmerksamkeit bis ins kleinste Detail entworfen. Sie sehen nicht nur wundervoll aus, es fühlt sich auch gut an, sie zu berühren und zu benutzen. Entstanden sind Objekte, die einen Jeden auf den vielen unterschiedlichen Lebenswegen unterstützen und diese damit verschönern.

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Wohnräume in Harmonie und Balance

llse Crawford, Tochter einer Färöerin und eines Kanadiers, gestaltet mit ihrem „Studio Ilse“ normalerweise öffentliche Räume und individuelle Rückzugsorte, vom Soho House in New York bis zur Privatwohnung in Hongkong. Für den schwedischen Möbelkonzern hat sie nun als erste Designerin überhaupt eine eigene Linie herausgebracht. Sie bildet damit den Auftakt für eine Reihe weiterer Designer wie Katie Earie, Walter von Beirendonck oder Martin Bergström, die mit IKEA zusammenarbeiten. Mit Crawford hat der Konzern ein gutes Händchen bewiesen: Ihre Handschrift, schrieb die „New York Times“, sei kein Stil, sondern ein Gefühl.

Vor drei Jahren fragte sie Marcus Engman, der Designchef von Ikea, ob sie nicht eine Kollektion für IKEA entwerfen wolle. Ihr kleines Studio packte der Ehrgeiz: „Mir hatte bei IKEA ein bisschen die Wertschätzung für das Stoffliche gefehlt, und jetzt hatten wir selbst die Chance, mit diesem großen Unternehmen zu arbeiten, um erschwingliche und nachhaltige Möbel zu produzieren“, erzählt Crawford in einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Aber ich glaube, so unterschiedlich sind wir letztlich gar nicht. Wir beide entwerfen elementare, zurückhaltende Möbel. Und Dinge, die wir alle nutzen.“

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Der menschliche Aspekt im Design

Menschliche Qualitäten wie Wärme, Wohlbefinden und Fürsorglichkeit in das Endprodukt integrieren – unter diesem Ansatz hat die Designerin ihre Ideen für SINNERLIG entwickelt. Ganz wichtig waren ihr dabei die Verwendung natürlicher Materialien, da diese unsere urmenschlichen Instinkte ansprechen. Das Leben ist nicht perfekt, die Natur ist nicht perfekt und wir sind es auch nicht. Natürliche Materialien sind auf ursprüngliche Weise unvollkommen und diese Unregelmäßigkeiten im Naturzustand dürfen sich gerne enthüllen, lautet das Credo von Crawford.

Gleichzeitig wächst der Anspruch der Menschen, immer besser leben und sich mit schönen Dingen umgeben zu wollen. Beim Design geht es Crawford daher vordergründig nicht um die Ästhetik, sondern darum, wie man Menschen komfortabel und sich sicher fühlen lässt. „Ich muss das Verhalten der Menschen verstehen“, sagt sie selbst. „Design soll die physische Ausgestaltung des Lebens sein, die Kulisse des Daseins, es sollte den Menschen dienen, sie unterstützen, das Normale besonders und das Leben besser machen.“

Natürliche Materialien sind auf ursprüngliche Weise unvollkommen, und diese Unregelmäßigkeiten im Naturzustand dürfen sich gerne enthüllen. Ilse Crawford, Designerin

Natürlichkeit und Unvollkommenheit wertschätzen

Einfache Formen, Naturmaterialien und die liebenswerten kleinen Unvollkommenheiten in dieser Kollektion offenbaren die natürliche Schönheit bis ins kleinste Detail. Neben Möbelstücken aus Kork beinhaltet SINNERLIG auch Produkte aus massiver Akazie, Keramik, mundgeblasenem Glas, Bambus, Seegras und Baumwolle.

Eines der auffälligsten Merkmale der Kollektion ist die Nutzung von Kork. Es wird aus der Rinde der Korkeiche hergestellt, einem stolzen Baum mit außergewöhnlichen Qualitäten, der in mediterranen Gegenden wächst. Da nur die Rinde genutzt wird, werden Korkeichen nie gefällt. Die gesamte Rinde wird genutzt – und nichts wird verschwendet. Jan Ahlsén, ein Spezialist für natürliche Materialien bei IKEA, spricht leidenschaftlich über seine Liebe zu Kork: „Es ist ein wunderschönes, warmes Material, das sich gleichermaßen natürlich und wertvoll anfühlt.“

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http://www.ikea-unternehmensblog.de/article/2015/gestalten-um-die-sinne-anzuregen