Weiterbildung von Frauen und Mädchen in Indien

Nahezu 245 Millionen Frauen in Indien können nicht richtig schreiben und lesen. In keiner indischen Stadt verdienen Männer und Frauen auch nur annähernd den gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Die Bildungsrate von Frauen ab 15 Jahren liegt bei nur 47%, bei Männern hingegen bei 69%. Im städtischen Sektor arbeiten nur knapp 14% der Frauen. Zahlen, die aufmerksam machen und schockieren! Das dachte sich auch die IKEA Foundation und startete Ende 2015 ein einzigartiges Drei-Jahres-Programm für benachteiligte Frauen und Mädchen in Indien.

2009 rief die UNDP (United Nations Developement Programme) ein Pilotprojekt in Uttar Pradesh, einer der ärmsten Städte Indiens, ins Leben. Durch dieses Projekt bekamen 12.000 Frauen einen Arbeitsplatz in einer Firma, die Milch produziert. Von der Produktion bis zur Auslieferung der Milch sind die Frauen an allen Prozessen beteiligt und besitzen sogar Anteile der Firma. Aufgrund der Basis dieses Projekts startete die IKEA Foundation zusammen mit der UNDP, der India Developement Foundation (IDF) und der Beratungsgesellschaft Xyntéo das Projekt „Swaayam“, das so viel heißt wie Selbstständigkeit, und stellt dafür 16 Millionen Euro zur Verfügung.

Qualifizieren, weiterbilden, fördern

In Neu-Delhi, Telengana, Karnataka und Maharashtra sollen die Frauen die Möglichkeit auf eine Arbeit oder Gründung eines eigenen Kleinunternehmens bekommen. Unternehmen verpflichten sich, Arbeits- und Geschäftsbereiche für Frauen zu ermitteln, sie zu mobilisieren und sie an Qualifizierungs- und Weiterbildungskursen teilnehmen zu lassen. „Wir sind der Meinung, dass Frauen die wichtigsten Personen sind, um das Leben ihrer Kinder sowie das der Gesellschaft im Allgemeinen zu verändern. Wenn wir Frauen bestärken, verbessern wir gleichzeitig die Gesundheit, Bildung und Zukunft ihrer Kinder – und das kommt jedem in Indien zugute“, erklärt Per Heggenes, Geschäftsführer IKEA Foundation.

IKEA und seine Partner verschaffen dadurch den indischen Frauen, die nach Ashish Bhatt, Geschäftsführer von Xyntéo, „die größte ungenutzte Ressource des Landes“ sind, die Möglichkeit sich Fähigkeiten anzueignen, selbstständig zu werden und Arbeit kennenzulernen.


http://www.ikea-unternehmensblog.de/article/2015/weiterbildung-von-frauen-und-maedchen-in-indien