Frischer Wind im Kuh-Alltag

Ab dem 01. Oktober kommt in den Kunden- und Mitarbeiterrestaurants von IKEA Deutschland nur noch Bio-Milch nach den strengeren Kriterien der Bio-Erzeugerverbände in die Tasse. Lieferant ist eine Bio-Molkerei in Westfalen, die mit 160 zertifizierten landwirtschaftlichen Betrieben zusammenarbeitet. Doch was bedeutet „Bio“ für die Herstellung und die Tiere wirklich? Auf einem Bioland-Bauernhof haben wir uns das einmal genauer angeschaut. 

Kleegras Das Futter Der Kuehe Kleegras ist das hauptsächliche Futter der Bioland-Milchkühe

„Wir wissen, was wir essen“ steht auf Stephanie Strotdrees Pullover. Nach diesem Motto betreiben sie und ihr Ehemann Ludger Strotdrees seit 25 Jahren ökologische Landwirtschaftin der Nähe des Münsterlandes. Dabei dreht sich auf dem Bioland-Bauernhof fast alles um die 40 Milchkühe - und natürlich um deren Futter. Denn das wächst direkt neben dem Stall auf der grünen Wiese: Kleegras soweit das Auge reicht.

Nur bestes Futter

Als Mitglied im Bioland-Verband erfüllt der Hof der Strotdrees weit mehr als die von der EU vorgeschriebenen Richtlinien für ökologischen Landbau. Das Bioland-Siegelsteht unter anderem für gentechnikfreies Futter und artgerechte Tierhaltung. Deshalb fressen die Milchkühe von Stephanie und Ludger fast ausschließlich Kleegras, das sie täglich in leckere und gesunde Bio-Milch verwandeln. Das Futter ist zum größten Teil selbst angebaut. Alles was hinzugekauft werden muss, kommt aus maximal 15 Kilometern Umkreis. Ab und an gibt es auch mal Kartoffeln vom eigenen Feld, die für den Hofverkauf zu klein geraten sind. Ein Leckerbissen für die Rinder. Und auch Hofhund Fay hat damit seine Freude: Er stibitzt gerne mal eine Knolle und macht sie kurzerhand zum Spielzeug.

Frischer Wind im Kuh-Alltag

Der Hofalltag der Kühe folgt einem ziemlich straffen Zeitplan. Los geht es um sechs Uhr in der Früh. „Mit dem Melken beginnt für uns alle der Tag. Die Kühe sollen sich erst mal von ihrer Milchlast befreien können, bevor es dann ein ordentliches Frühstück gibt“, erklärt Stephanie. Danach geht es direkt raus auf die Weide. Hier verbringen die Kühe den gesamten Tag und vertreiben sich die Zeit je nach Belieben mit Grasen, Schlafen oder Wiederkäuen. Tägliches Frischluft-Schnappen ist für Kühe aus der konventionellen Landwirtschaft leider oft nicht selbstverständlich. In den Richtlinien der Bio-Erzeugerverbände, wie zum Beispiel Bioland, ist das jedoch streng geregelt. Spielt das Wetter mal gar nicht mit, grenzt ein Laufhof direkt an den Stall, der den Kühen den ständigen Zugang ins Freie bietet.

Stephanie Strotdrees Stephanie Strotdrees mit zwei Kälbern im Stall

Zweimal täglich Milch

Es ist 18 Uhr. Für die Kühe heißt es an diesem Tag: Melken, die Zweite. Gemolken wird bei Familie Strotdrees mithilfe einer automatischen Melkanlage, die Platz für sechs Kühe gleichzeitig bietet. Das gesamte Prozedere dauert in etwa 30 bis 45 Minuten bis alle Kühe wieder ihren gewohnten Platz im Stall eingenommen haben. „Die meiste Zeit geht eigentlich für das Putzen danach drauf“, scherzt Stephanie. Aber hier investieren sie gerne: „Natürlich sind wir immer noch auf einem Bauernhof. Ohne kniehohe Gummistiefel soll man sich trotzdem überall frei bewegen können. Interessierte Besucher heißen wir hier nämlich gerne jederzeit willkommen“.  

Die Milch ist auch für Kälber da

„Man darf nicht vergessen, dass zur Milchproduktion auch das Kalben gehört. Eine Kuh muss jährlich kalben, damit sie überhaupt Milch geben kann“, erklärt Ludger. Besonders stolz sind die beiden Landwirte auf die artgerechte Haltung ihrer Kälber: Nach der Geburt werden sie in einer kleinen Gruppe von einer Ammenkuh mit Vollmilch versorgt. Gehandelt wird mit den Jungtieren nicht. Die Bullenkälber können voll auswachsen und werden auf dem eigenen Hof gemästet.

Vom Hof in die Molkerei

Und was passiert am Ende des Tages mit der frischen Milch? Gekühlt in Tanks wartet sie auf ihre Abholung durch die Bio-Molkerei, um weiter verarbeitet zu werden. Natürlich landet später bei IKEA nicht ausschließlich die Milch von Stephanies und Ludgers Kühen in der Tasse. Dennoch: Die Partnermolkerei arbeitet ausschließlich mit Bio-Höfen wie dem der Strotdrees zusammen. Strenge Milchproben sowie eine ständige Dokumentation stellen sicher, dass die Bio-Milch tatsächlich Bio bleibt und immer von bester Frischequalität ist.