Fortsetzung - Von der Baumwollpflanze zur neuen SOMMAR 2017 Kollektion: Eine Reise durch Indien

Wie ich in meinem ersten Bericht erzählt habe, hatte ich im Oktober die Möglichkeit Journalisten aus aller Welt auf einer Pressereise zum Thema nachhaltigere Baumwolle durch Indien zu begleiten. Während ich in meinem ersten Beitrag über meine Erfahrungen auf den Baumwollfeldern berichtet habe, schreibe ich heute über den zweiten Teil unserer Reise.

Nach dem Besuch der Baumwollfarmer, die nach den Regeln der Better Cotton Initiative (BCI) Baumwolle anpflanzen, ging es für uns weiter in den Süden Indiens. Dort wird die BCI Baumwolle von unseren Lieferanten weiterverarbeitet. Zu den Lieferanten wird eine intensive Beziehung gepflegt und alle IKEA Lieferanten müssen nach dem IKEA Verhaltenskodex IWAY zertifiziert sein. Dieser Kodex regelt die Mindestanforderungen in Bezug auf Umweltschutz, gesellschaftliche Auswirkungen und Arbeitsbedingungen. Denn IKEA will sichergehen, dass die Arbeiter fair behandelt werden. Unsere Lieferanten sind wiederrum dafür zuständig, IWAY an ihre Zulieferer zu kommunizieren. 

IKEA-Cottonfield_01 Die Asian Fabricx stellt ihren Mitarbeitern Busse als Transportmittel zur Verfügung.

Nach der Landung am Flughafen von Coimbatore im südindischen Staat Tamil Nadu ging es für uns mit dem Auto weiter zu Sivaparamesh Spinnng Mills – also der Spinnerei, die die Baumwolle zu Garn verarbeitet. Die Baumwolle wird mit LKWs direkt von den Baumwollfeldern angeliefert. Bis zu 3.000 kg Baumwollgarn kann die Spinnerei pro Tag produzieren. Seit der Gründung im Jahr 2014 wird ausschließlich mit Baumwolle aus der BCI gearbeitet. So wird  ausgeschlossen, dass die nachhaltigere Baumwolle mit Baumwolle aus konventionellen Anbau vermischt wird. In der Spinnerei durchläuft die Baumwolle mehrere Stationen. Zunächst wird die Baumwolle gereinigt und dann zu Garn verarbeitet. Das Garn wird wiederrum auf Rollen gewickelt und schließlich an den Hersteller Asian Fabricx geliefert. Asian Fabricx stellt schon in der zweiten Generation Heimtextilien für den Export her und gehört seit dem Jahr 1992 zu den IKEA Lieferanten.

IKEA_Cottonfield_02 Arbeiter bei Asian Fabricx.

Nach dem Besuch der Spinnerei kamen wir nach einer rund zweistündigen Autofahrt bei Asien Fabricx mit Sitz in Karur an. Produkte wie die INDIRA Tagesdecke, LENDA Meterware, der EKTORP Sofabezug, der neue RENREPE Kissenbezug und eben die Textilien der kommenden SOMMAR 2017 Kollektion entstehen bei Asian Fabricx. Mit einem Umsatz von rund 60 Millionen Euro ist die Firma der größte Produzent und Exporteur in der Region und beschäftigt über 3.500 Menschen. Ganz im Sinne von IKEA, eine positive Wirkung auf Menschen und Umwelt zu erzielen, hat Asian Fabricx inzwischen viele nachhaltige und soziale Maßnahmen etabliert. Besonders stolz erzählte uns Geschäftsführer Ashok, dessen Vater das Unternehmen gegründet hatte, von den vielen Auszeichnungen, die Asian Fabricx für seine Unternehmengrundsätze erhalten hat. Beispielsweise wird die gesamte Produktionsstätte durch Solarenergie betrieben und es wird nach den Leitlinien der Swedish Textile Water Initiative (STWI) produziert, um Wasserressourcen zu schonen. Die STWI wurde für eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung in der Industrie entwickelt. IKEA ist neben H&M und weiteren Unternehmen Mitglied. Auch bei Asian Fabricx werden nur Produkte aus BCI Baumwolle hergestellt. Für die Mitarbeiter gibt es Transportmöglichkeiten, so dass die Menschen nicht mehr kilometerweit zur und von der Arbeit laufen müssen, Bankkonten und -karten für Mitarbeiter, Gesundheitskurse, wie beispielsweise Schulungen zum richtigen Waschen der Hände, es gibt Essen und frisches Trinkwasser und Weiterbildungsmöglichkeiten insbesondere für Frauen. Vieles davon ist keine Selbstverständlichkeit in Indien. Deswegen ist Asian Fabricx ein beliebter Arbeitgeber in der Region. 

IKEA_Cotton_03 Eine Mitarbeiterin trink frisches Trinkwasser in der Fabrik.

Nachdem wir so viel über das Unternehmen erfahren hatten, ging in es für uns zu einem letzten gemeinsamen Abendessen zurück ins Hotel mitten im lebendigen Karur. Am nächsten Morgen stand für die Frühaufsteher noch ein kurzer Besuch der lokalen Tempelanlage an. Da wir sehr früh dran waren, hatten wir sogar noch die Möglichkeit, die Morgenzeremonie zu verfolgen. Zurück bei Asian Fabricx konnten wir die Produktionsstätte besuchen. Ich bin immer noch beeindruckt, wieviel Handarbeit in unseren IKEA Produkten steckt. Heutzutage sind zwar viele Produktionsschritte automatisiert, aber bei Asian Fabricx erfolgen einige Arbeitsschritte doch noch von Hand wie zum Beispiel die abschließende Qualitätskontrolle, bei der mit Schere, Nadel und Faden bei Bedarf nachgearbeitet wird. Außerdem fand ich es spannend zu sehen, wie die großen Druckrollen die bunten und floralen Muster auf den RENREPE Kissenbezug aufbringen. 

IKEA_Cotton_04 Große Druckrollen bringen die bunten und floralen Muster auf den RENREPE Kissenbezug auf.

Jedes Textilprodukt wird dazu noch in einem Labor verschiedenen Tests unterzogen. Zum Beispiel wieviel Wasser absorbiert wird oder wie sich Sonnenlicht und Waschgänge auf das Produkt auswirken.

Zu unserer Freude konnten wir in der Produktion einen ersten Blick auf die Textilien der neuen SOMMAR Kollektion werfen, die ab Februar in die IKEA Einrichtungshäuser kommt und nun auf den Weg zu uns nach Deutschland ist. Da kann trotz kalter Wintertage die Vorfreude auf den nächsten Sommer schon beginnen! 

Dann war es auch Zeit für unsere Reisegruppe, die Rückreise nach Delhi anzutreten. Alles in allem war es zwar eine teils anstrengende, aber sehr spannende und besonders schöne Reise durch Indien. Wir waren eine tolle Reisegruppe und haben viele nette Menschen in Indien kennengelernt. Das war sicherlich nicht mein letzter Besuch dort und die IKEA Textilien werde ich in Zukunft mit ganz anderen Augen sehen.

IKEA_Cotton_05 Ein Mitarbeiter erklärt etwas zu den Tests im Labor.
http://www.ikea-unternehmensblog.de/article/2016/eine-reise-durch-indien-teil-2