Familie und Beruf erfolgreich unter einem Hut

Am 8. März 2016 ist internationaler Weltfrauentag. Ein willkommener Anlass, um die berufliche Gleichstellung von Mann und Frau einmal mehr zum Thema zu machen. Es gibt verschiedene Wege und Modelle, Frauen und Männern die gleiche Teilhabe am erfolgreichen Berufs- und Familienleben zu ermöglichen. Wir haben bei unseren Mitarbeitern nachgefragt, und zwar bei einer Frau UND einem Mann, wie sie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei IKEA erleben:

Anne Vera Frohlich

Vera Fröhlich ist HR Generalist bei IKEA Hanau und seit 2004 bei IKEA tätig. Sie ist 43 Jahre alt, verheiratet und Mutter von zwei Kindern

Wie sieht Dein Arbeitszeitmodell bei IKEA derzeit aus?

Vera Fröhlich: „Ich arbeite als Teamleiterin im Bereich Personal mit momentan 65 Stunden im Monat, das heißt 15 Stunden pro Woche. Diese Stunden habe ich auf zwei volle Tage legen können, da ich einen relativ langen Anfahrtsweg zur Arbeit habe. Nach meiner dreijährigen Elternzeit  bin ich zunächst in Vollzeit wieder eingestiegen und mein Mann ist damals in Elternzeit gegangen. Nach knapp zwei Jahren haben wir getauscht, sodass ich jetzt in Teilzeit arbeite und er wieder in Vollzeit tätig ist. Ich bin aber trotz reduzierter Stundenzahl nach wie vor als Teamleiterin tätig – und halte es auch nicht für ausgeschlossen, dass mein Mann und ich noch einmal das Modell ändern.“   

Wie hast Du Deinen Wechsel von einer Vollzeitstelle in ein Teilzeitmodell intern bei IKEA erlebt?

Vera Fröhlich: „Die interne Akzeptanz ist recht gut. Ich bin auch nicht die einzige Teamleiterin in Teilzeit in Hanau, also ist das Modell nicht neu. Was meine Arbeit zusätzlich erleichtert ist die Tatsache, dass ich mich im Homeoffice auch von Zuhause aus einloggen kann und somit auch dringende Dinge erledigen kann, wenn ich nicht im Büro bin. Anfangs war es für mich persönlich allerdings nicht ganz einfach zu akzeptieren, dass man nicht einfach den alten Job in diese knappe Zeit stecken kann. Da muss man natürlich gucken, inwiefern Aufgaben und Themen entsprechend angepasst und umverteilt werden können. Das klappt jetzt aber sehr gut.“

Wie erlebst Du aktuell Weiterbildungsmöglichkeiten und Angebote zur persönlichen Entwicklung und Fortbildung? Ist das auch in Teilzeit möglich?

Vera Fröhlich: „Ja, absolut. Ich mache gerade die nationale Trainerausbildung. Das ist machbar. Ich arbeite halt sehr viel mit meinem Kalender und muss manche Dinge etwas weiter im Voraus planen als früher, aber darauf kann man sich ja einstellen.“

Was erwartest Du grundsätzlich von einem Arbeitgeber im Bereich „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“?

Vera Fröhlich: „Zum einen flexible Arbeitszeitmodelle, die je nach Rahmenbedingungen auch verändert werden können. Bei mir gab es zum Beispiel eine Veränderung in der Kinderbetreuung, sodass ich an einem meiner beiden Bürotage für einen gewissen Zeitraum einfach eine Stunde früher gehen muss. Das ist kein Problem. Dafür bin ich jetzt an meinem anderen Arbeitstag immer länger da und das klappt, wenn man entsprechend aufeinander zugeht. Oder auch das Thema Fortbildung. Hier finde ich es wichtig, dass Teilzeitkräfte aufgrund ihrer geringeren Stundenzahl nicht davon ausgenommen werden. Und wenn es um die persönliche Weiterentwicklung geht, sollte man mutig sein und einfach ausprobieren, ob bestimmte Jobs auch in Teilzeit zu leisten sind und das nicht von vorn herein auszuschließen.“

Wo gibt es Deiner Meinung nach in diesem Bereich bei IKEA noch Verbesserungspotential?

Vera Fröhlich: „Wenn es um leitende Funktionen geht, weiß ich nicht, wie weit wir bei IKEA im Thema „Jobsharing“ sind. Ich glaube, da gibt es bisher noch recht wenig Modelle, gerade auf Abteilungsleiterebene. Aus meiner Sicht brauchen wir noch mehr, auch männliche, Vorbilder, die zeigen, was möglich ist.“

Peter Klessen

Peter Kleeßen ist Catalogue Specialist IKEA Wallau und seit 2007 bei IKEA tätig. Er ist 37 Jahre alt, verheiratet und Vater eines 1 ½-jährigen Sohnes.

Wie sieht Dein Arbeitszeitmodell bei IKEA derzeit aus?

Peter Kleeßen: „Ich bin seit Januar zurück im Job und war sechs Monate in Elternzeit, nachdem meine Frau Ulrike, die auch bei IKEA arbeitet, 11 Monate zuhause war. Sie arbeitet bereits seit Juli 2015 wieder in Vollzeit und ich momentan auf 80%. Das heißt, ich arbeite vier Tage die Woche und einen Tag habe ich frei, den ich je nach Terminplan auch mal tauschen kann. Aber nur im ersten Quartal, dann arbeiten wir beide wieder in Vollzeit.“

Warum hast Du Dich für dieses Modell entschieden und was schätzt Du daran besonders?

Peter Kleeßen: „Für mich war es sehr wichtig, diese erste Zeit mit meiner Familie verbringen zu können. Das war ein großer Wunsch von mir, weil ich glaube, dass man diese Zeit mit dem Kind nicht zurück bekommt. Durch die Unterstützung meiner Kolleginnen während meiner Abwesenheit konnte ich meine Auszeit wirklich genießen und das war unheimlich wertvoll für mich und meine Familie. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar.“

Wie hat Dein Arbeitsumfeld auf Deine Elternzeit und die Rückkehr in Teilzeit reagiert?

Peter Kleeßen: „Die Reaktionen darauf waren außerordentlich positiv und meine Kollegen haben sich alle für mich gefreut. Natürlich haben wir gemeinsam darüber gesprochen, wie diese Zeit in meiner Abwesenheit gestaltet werden kann, aber ich habe mich mit der Entscheidung von Anfang an wohl gefühlt und nur positives Feedback erhalten. Sowohl darauf, dass ich mir die Zeit von sechs Monaten genommen habe - auch als Vater. Als auch darauf, dass ich zunächst nicht in Vollzeit zurückgekommen bin, sondern eine dreimonatige Übergangslösung in Teilzeit habe.“

Was erwartest Du generell von einem Arbeitgeber in diesem Bereich?

Peter Kleeßen: „Ich glaube, dass es in Zukunft generell flexiblere Arbeitszeitmodelle braucht, um das berufliche und private Leben besser miteinander zu vereinbaren. Wenn wir unseren Mitarbeitern Spielräume gewähren oder flexible Gestaltungsmöglichkeiten bieten, dann hilft das am Ende allen. Das trägt zur Motivation bei und sicherlich auch zu einer stärkeren Verbindung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Wenn wir es schaffen, dass Familienleben und Berufsleben im Einklang stattfinden und Spaß machen, dann haben alle gewonnen.“

http://www.ikea-unternehmensblog.de/article/2016/familie-und-beruf-erfolgreich-unter-einem-hut