Hier wird Inklusion gelebt

Teamarbeit bei Recovery in Altona: Florian Buchholz, Stephan Hanke, Nicole Wiedenmannott, Rainer Saathoff, Kerstin Niemann-Schulz, Marc Steven Papra, Jack Sanct-Johannis, Christopher Schröder, Manfred Backhaus (v.l.n.r.)

Die Fundgrube im Einrichtungshaus Hamburg-Altona unterscheidet sich für den IKEA Kunden nicht sonderlich von der in anderen Häusern. Und doch läuft hier alles ein wenig anders: Seit Mai 2014 übernehmen Menschen mit Handicap die Abteilung Recovery in Eigenregie. Das Projekt kommt sogar so gut an, dass es nun für den Hamburger Inklusionspreis nominiert wurde.

Ikea Inklusion 03 Nicole Wiedenmannott verpackt Gardinen neu für den Verkauf Ikea Inklusion 02 Stephan Hanke, Manfred Backhaus, Christopher Schröder (v.l.n.r.) helfen sich gegenseitig

„Sechs Tage in der Woche arbeite ich bei IKEA - die meiste Zeit in der Fundgrube - und ich komme immer sehr gerne hierher. Besonders gerne helfe ich den Kunden, wenn sie Fragen haben“, erzählt Michael Kröning. Er trägt IKEA Kleidung, wie jeder andere Mitarbeiter auch. Doch eigentlich kommt er von „alsterarbeit“, einer Sozialeinrichtung, die Menschen mit Handicap Beschäftigungsmöglichkeiten mit dem Ziel der Wiedereingliederung vermittelt.

Zusammengehörigkeit im Arbeitsalltag

Durch die Kooperation mit dem gemeinnützigen Träger teilen sich knapp 30 Menschen mit geistigen, körperlichen oder psychischen Einschränkungen täglich die Aufgaben in der Abteilung Recovery im Einrichtungshaus Hamburg-Altona. Unterstützt werden sie dabei von sozialpädagogischen Betreuern. „Es ist eine wertvolle Zusammenarbeit, von der wir gegenseitig sehr viel lernen können“, erklärt Kerstin Niemann-Schulz, Leiterin der Abteilung. Sie und ihr Teamassistent, Florian Buchholz, sind die einzigen IKEA-Mitarbeiter im Team. Doch eigentlich macht das keinen großen Unterschied: Ob Firmenevent oder Fortbildung - die „alsterarbeit“-Mitarbeiter sind komplett in den Einrichtungshaus-Alltag integriert. Und für die gehörlosen Kollegen ist immer ein Dolmetscher mit an Bord. Grund genug für die Stadt Hamburg, das Projekt für den Inklusionspreis zu nominieren, der Anfang September verliehen wird.

Ikea Inklusion 04 Michael Kröning erstellt Preisauszeichnungen für die Fundgrube

Ein tolles Team

Aus ihrer Zeit Im Einrichtungshaus Moorfleet hatte Kerstin bereits Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Handicap. Warum das Ganze also nicht auch größer aufziehen? Doch auch sie musste anfangs lernen: „Die Arbeits- und Pausenzeiten werden von den Mitarbeitern völlig frei gewählt. Die gesundheitlichen Ausgangssituationen sind ganz unterschiedlich und an schlechten Tagen geht man eben früher. Feste Einsatzpläne, an die sich jeder halten muss, gibt es bei uns nicht.“ Trotzdem sind immer ausreichend Kollegen vor Ort und sollte es doch mal knapp werden, dann springen Kerstin und Florian ein. 

Voneinander Lernen

 „Wir bieten ein soziales Umfeld, in dem jeder seine individuellen Stärken einbringen kann. Schön ist, dass sich die Mitarbeiter mit der Zeit immer mehr zutrauen. Sie haben richtig Lust verschiedene Aufgaben bei Recovery auszuprobieren“, erzählt Florian. „Und wir selbst lernen dabei eine ganze Menge über Mitarbeiterführung: Das Wichtigste ist Wertschätzung. Und das ist immer noch die beste Motivation – ob Handicap oder nicht“.

Wirtschaftlich funktioniert die Abteilung wie in jedem anderen Einrichtungshaus: Ein Pauschalbetrag wird monatlich an „alsterarbeit“ gezahlt und dieser entspricht dem Budget, das auch für eine Recovery-Abteilung mit tariflich entlohnten Mitarbeitern zur Verfügung stehen würde. 

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