IKEA unterstützt am 17. Mai alle Andersdenkenden und -liebenden!

Am 17. Mai wird weltweit der „Internationale Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie“ begangen. Der Aktionstag möchte durch Lobbying, Aktionen und mediale Kampagnen auf die Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen hinweisen, die in ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität von der Vorstellung der sozialen Norm abweichen. Auch wir bei IKEA wollen dazu beitragen, eine größere Akzeptanz von lesbischen, schwulen, bisexuellen und transsexuellen Menschen zu erreichen und unterstützen daher die Aktivitäten zum IDAHOT (International Day Against Homophobia, Transphobia and Biphobia). Wir feiern diesen Tag zum ersten Mal und haben uns selbst das Ziel gesetzt, den Anti-Homo-, Trans- und Biphobie-Tag ab jetzt jedes Jahr zu begehen. 

Claudia Pfau Marcus Rieth Ikea Martin Schupp 02

Das Datum für diesen Aktionstag wurde ganz bewusst gewählt, da am 17. Mai 1990 die Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) längst Überfälliges beschloss: Die Streichung von Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten. Trotzdem werden nach wie vor weltweit Homosexuelle, aber auch Trans- und Bisexuelle weiterhin diskriminiert und ausgegrenzt. Eine breite gesellschaftliche Akzeptanz gegenüber Andersdenkenden und -liebenden ist auch in Deutschland heutzutage immer noch nicht selbstverständlich. In vielen anderen Ländern verhallt der Ruf nach Toleranz oft ungehört und Homo-, Trans- und Bisexualität werden als Straftatbestand verfolgt.

Sei du selbst!

Für IKEA sind die Themen Diversity & Inclusion nicht nur fest in den Werten verankert, sie tragen auch einen wichtigen Teil zu unserem Erfolg als Unternehmen bei. Wir respektieren unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrer Individualität und wollen eine Arbeitsumgebung schaffen, in der sich jeder anerkannt und geschätzt fühlt. Denn wir sind der festen Überzeugung, dass die Dinge, die uns einzigartig machen, uns auch stark machen. Wie dies im Alltag bei IKEA gelebt wird, schildern uns im Interview Claudia Pfau, Einrichtungshauschefin IKEA Dresden, Marcus Rieth, Project Support Europe IKEA IMS, und Internal Communication Specialist Martin Schupp.

Wie waren die Reaktionen von Kolleginnen und Kollegen auf euer Outing? Seid ihr von Anfang an offen damit umgegangen oder erst im Laufe der Zeit?

Claudia: Bei meinem zweiten Vorstellungsgespräch bei IKEA vor etwa acht Jahren habe ich immer versucht das Thema ein wenig zu umgehen. Meine Gesprächspartner haben aber gemerkt, dass ich nicht ganz ehrlich war und mich darauf angesprochen. Da ich ja bereits eine Zusage hatte, dachte ich mir, ich räume die Zweifel aus der Welt. Als ich dann ausgesprochen hatte, dass ich mit einer Frau zusammenlebe, waren meine Gesprächspartner erleichtert, dass es sich „nur“ darum gehandelt hat. Ich war auch erleichtert, weil das Thema so offen aufgenommen wurde. Danach war alles super locker und entspannt.

Marcus: Bei meinem Vorstellungsgespräch bei IKEA wurde ich ebenfalls gefragt wie und wo ich wohne. Als ich sagte, dass ich mit meinem Partner zusammenlebe, gab es keinerlei komische oder peinliche Reaktionen. Auch bei den Kollegen im Büro stand das Thema von Anfang an nicht zur Debatte. Nach einer gewissen Zeit kamen dann doch ein paar verschüchterte Fragen (er lacht). Und ich fand das positiv, denn mir ist keine Frage zu blöd, solange die Frage von Herzen kommt. Sie zeigt direktes Interesse und Neugier und ist gut so.

Martin: Ich bin seit 1999 bei IKEA und von vornherein offen mit dem Thema umgegangen. Ich habe zwar versucht es niemandem auf die Nase zu binden, aber wenn es angesprochen wurde, habe ich ganz offen und ehrlich darüber geredet – so wie jeder andere auch von seiner Frau und seinem Mann und den Kindern erzählt. Weder von IKEA, noch von den Kollegen gab es jemals Vorbehalte. 

Wie beurteilt ihr die Einstellung von IKEA gegenüber Homosexuellen und Transgender? Habt ihr vielleicht Vergleichsmöglichkeiten zu anderen Unternehmen?

Claudia: In meinem vorherigen Unternehmen hatten ein paar Kollegen tatsächlich ein Problem damit, weil es nicht in ihren Horizont passte, dass man für sich selbst eine andere Lebensform vorzieht, als eine heterosexuelle Familie mit Kindern zu gründen. Bei IKEA habe ich so etwas glücklicherweise noch nie erlebt.

Marcus: Für IKEA ist das Thema glücklicherweise in der Regel kein Thema. Ich wurde von Beginn an so akzeptiert, wie ich bin. Besonders gut gefallen hat mir beispielsweise, dass mein Partner direkt eine Einkaufskarte für die Einrichtungshäuser bekommen hat. IKEA hat es – positiv ausgedrückt – gar nicht interessiert, dass ich mit einem Mann zusammenlebe. Jenseits der deutschen Grenze ist da allerdings noch viel zu tun. Gerade im osteuropäischen und arabischen Raum habe ich schon grenzwertige Situationen erlebt, in denen ich lieber den Mund gehalten habe.

Martin: IKEA ist wahnsinnig gut darin, Dinge einfach zu machen. So spielt das Thema auch – im positiven Sinne – bei IKEA keine Rolle. Ich persönlich hatte hier noch nie ein wirkliches Problem mit meiner Homosexualität. Andererseits kommt es schon vor, dass es hier und da durchaus abschätzige Bemerkungen oder ähnliches gibt und nicht jeder Mitarbeiter wirklich zu 100 Prozent hinter allen Ideen zur Gleichstellung steht. Wenn ich IKEA mit anderen Unternehmen vergleiche, die eventuell anders organisiert sind und einen stärkeren Außenauftritt haben, dann glaube ich manchmal, dass wir noch einiges machen müssen – auf der anderen Seite ist unser Ansatz so natürlich und unverkrampft, dass wir damit schon weit vorne liegen. 

Was würdet ihr Kolleginnen/Kollegen mit auf den Weg geben, die sich in einer vergleichbaren Situation befinden, sich aber bisher nicht getraut haben, sich zu outen? 

Claudia:Ich habe mich zu jedem Zeitpunkt gleich behandelt gefühlt und bin nach meinem Vorstellungsgespräch auch immer offen mit dem Thema umgegangen und habe nie schlechte Erfahrungen gesammelt. Dennoch glaube ich, dass jeder für sich selbst die Entscheidung treffen muss, wie offen er mit dem Thema umgehen will. Aber ich glaube auch, dass bei IKEA niemand Sorge wegen des Themas haben muss. Jeder soll das erzählen, was er möchte.

Marcus: Ich glaube, dass der älteren Generation eher bewusst ist, wie man sich fühlt, wenn gleichgeschlechtliche Liebe unter Strafe gestellt ist. Früher war es für uns alles andere als normal unsere Homosexualität offen zu zeigen. Die jüngere Generation hingegen wächst ja quasi damit auf. Natürlich ist die persönliche Einstellung sehr wichtig. Es ist schön, dass Homosexualität weitestgehend als normal angesehen wird, jedoch darf man nie aufhören Akzeptanz zu fordern.

Martin: Homosexualität, Transsexualität und Bisexualität sind bei IKEA kein Grund sich eine „Maske“ zuzulegen. Jeder kann er oder sie selbst sein und jeder kann und soll das erzählen, was er oder sie erzählen möchte. 


Zahlen und Standpunkte

 Seit 2006 gibt es bei uns das Mitarbeiter-Netzwerk Fair.Quer mit der Aufgabe, dem Thema Homo-, Bi- und Transsexualität bei IKEA ein Gesicht zu geben. Dabei wollen wir als Ansprechpartner zur Verfügung stehen und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Fragen, Wünschen und Problemen unterstützen. Mit Aktionen auf dem CSD oder dem Welt-Aids-Tag tragen wir dazu bei, auf die Lebenssituationen von Anderslebenden und –liebenden aufmerksam zu machen. Seit dem 01. Oktober 2015 sind wir stolzes Mitglied der Workplace Pride Stiftung. Wir freuen uns darauf zusammen eine größere Akzeptanz von lesbischen, schwulen, bisexuellen und transsexuellen Menschen am Arbeitsplatz und der Gesellschaft zu schaffen. 





 




http://www.ikea-unternehmensblog.de/article/2016/ikea-unterstuetzt-am-17-mai-alle-andersdenkenden-und-liebenden