„Trolley packen und einziehen.“ Neues Wohnkonzept in Heidelberg mit Hühnerstall und App

Bei schönem Wetter lädt die Dachterrasse zum Entspannen ein (Bildnachweis: Marisa Puschmann)

Als ich mich vom Heidelberger Hauptbahnhof auf den kurzen Weg zum neu entstehenden Stadtteil Bahnstadt mache, fällt mir sofort auf, wie viel hier gebaut wird. Mein Ziel: Campus Gardens, Teil der größten Passivhaussiedlung der Welt.

Cg Heidelberg Huehnerstall Campus Gardens Der hauseigene Hühnerstall von Campus Gardens in Heidelberg (Bildnachweis: Marisa Puschmann) Cg Heidelberg Karuna Und Guener Im Apartment Karuna und Güner in Karunas Apartment (Bildnachweis: Marisa Puschmann)

Passivhäuser – das sind Gebäude, die energieeffizient sind, wirtschaftlich und umweltfreundlich zugleich. Seit März 2016 ist das Campus Gardens bezugsfertig und verbindet diesen umweltbewussten, nachhaltigen Aspekt mit modernem, gemütlichen Wohnen. Diese Idee klingt spannend und zukunftsweisend, denn auch der Wohnkomfort wird in einem Passivhaus durch gleichbleibend frische Luft und Wärme verbessert. Das Konzept von Campus Gardens bietet – nicht nur für Studierende – voll möblierte Mikrowohnungen, einen Fitnessbereich, Billard im Gemeinschaftsraum und ein Beach-Volleyballfeld. Besonderes Highlight im Außenbereich ist ein hauseigener Hühnerstall, inklusive der Möglichkeit, ein Frühstücksei per App zu bestellen.

Erst mal nach Australien

Campus Gardens besteht aus mehreren Wohneinheiten, die nach verschiedenen Kontinenten benannt sind. Julia Pietsch von der i Live Holding GmbH begrüßt mich in Australien – so heißt der Bereich, in dem sich neben Apartments auch die Gemeinschaftsräume, der Fitnessraum und die Eventküche befinden. „Campus Gardens ist, gemessen an der Zahl der Wohnungen, mit 370 Wohneinheiten das derzeit größte Passivhaus der Welt“, erklärt mir Julia, als wir auf die Terrasse treten, um uns – trotz des schlechten Wetters – das Beach-Volleyballfeld und den Hühnerstall anzusehen. 

Nachbarschaftshilfe per App

Ebenfalls in Australien, genauer gesagt in Perth auf der 4. Etage des Wohnkomplexes, ist Karuna zu Hause. Die 19-Jährige wohnt seit April in einem der Ein-Zimmer-Apartments im Campus Gardens und zeigt mir gerne ihr neues Zuhause. Karuna fängt zum nächsten Semester an, in Mannheim Unternehmensjura zu studieren und konnte hier schnell und einfach eine passende Wohnung finden. Für sie war es wichtig, ihre Privatsphäre zu haben, gleichzeitig möchte sie sich einfach mit anderen treffen und vernetzen können – und das funktioniert super über die hauseigene i Live App. Mit der App kann man erfahren, wer nebenan wohnt, welche Veranstaltungen geplant sind, mit den Betreibern kommunizieren und mit anderen Bewohnern chatten. So hat sie auch Güner kennengelernt. Der 28-Jährige arbeitet als Projektmanager bei einer Bank in Frankfurt, momentan ist er zu Fortbildungszwecken freigestellt. Für die Übergangszeit suchte er eine Wohnung – und stieß auf Campus Gardens, dessen Konzept ihn sofort überzeugte. 

Cg Heidelberg Karuna In Ihrer Wohnung Karuna in ihrer Wohnung (Bildnachweis: Marisa Puschmann)

Kleiner Raum ganz groß

Als wir das Ein-Zimmer-Apartment betreten, stehen wir direkt in der Küche, eine funktionale Küchenzeile mit Herd, Backofen und Kühlschrank. Rechts daneben befindet sich das kleine Bad. Das Apartment ist komplett in Weiß gehalten und voll möbliert: Ein Bett mit Bettkasten, ein Schreibtisch, Regale, ein großer Schrank und ein Holztisch mit zwei Stühlen. Alles ist gut durchdacht (Stauraum ist super wichtig bei einer so kleinen Wohnung) und passt harmonisch zusammen. Trotz der Enge, die mit vier Leuten im Raum nicht zu vermeiden ist, fühle ich mich auf Anhieb wohl – hier wäre ich in meiner Studentenzeit auch sofort eingezogen. 

Das Wichtigste: Genügend Platz für alle Klamotten!

Die rund 23 Quadratmeter hat Karuna liebevoll eingerichtet – ein Sitzsack lädt zum Faulenzen ein, Polaroids an der Magnetleiste zeigen Freunde & Familie. Ob sie das Leben auf kleinstem Raum manchmal als einschränkend empfindet? „Überhaupt nicht,“ erklärt Karuna mit einem Blick durch den Raum, „für mich reicht der Platz vollkommen aus. Es war mir nur wichtig, die Wohnung persönlich und sehr grün einzurichten – und dass all meine Kleidung in den Schrank passt.“ Güner gibt zu, dass er anfangs nicht sicher war, ob ihm ein Ein-Zimmer-Apartment ausreichen würde. Doch nach dem Einzug wurde ihm schnell klar, dass es mehr als genug Stauraum gibt. Er habe sogar zu viel Platz. „Dass die Wohnung komplett möbliert ist, war für mich ein wichtiger Punkt: man kann einfach seinen Trolley packen und einziehen,“ sagt Güner als wir auf dem Balkon stehen, von dem man einen tollen Blick auf die Dachterrasse und das Volleyballfeld hat. Julia ergänzt, dass die sie bei der Konzeption der Wohnungen viel Wert auf eine multifunktionale Nutzung legen. Wenn ein Staubsauger oder Wasserkasten nicht problemlos verstaut werden kann, wird er in einer Mikrowohnung schnell zum Problem. 


Cg Heidelberg Karuna Am Laptop (Bildnachweis: Marisa Puschmann) Cg Heidelberg Der Wohnbereich (Bildnachweis: Marisa Puschmann)

Wer sind die Mieter neben den Hühnern?

Ausschlaggebend für den Standort im neuen Stadtteil Heidelberg-Bahnstadt war neben der stadtnahen Lage der Passivhaus-Gedanke, der den gesamten Stadtteil ausmacht, erklärt mir Julia später. Als Studentenstadt ist Heidelberg natürlich prädestiniert für einen Wohnkomplex mit Mikroapartments. Die angrenzenden Grünanlagen, die zentrale Lage zur Altstadt wie auch zum Bahnhof haben i Live und auch die Bewohner überzeugt. Die Mieter sind zum größten Teil Studenten, aber auch Berufspendler und Singles – alle, die einen temporären und zentralen Wohnraum schätzen.

Ich verabschiede mich von Karuna und Güner und gehe mit Julia noch die Hühner besuchen – die Idee mit dem Frühstücksei per App finde ich richtig klasse. Die Zwerg- und Legehühner teilen sich das Gehege und kommen aufgeregt näher. Sie scheinen sich – wie alle Bewohner, die ich getroffen habe – hier sehr wohl zu fühlen.

Fakten, Fakten, Fakten:

Die Miete für Ein-Zimmer-Apartment (20 bis 31 m2) beginnt bei 350€ plus Nebenkosten (ab 100€). Die Wohnungen sind vollmöbliert, haben Highspeed-Internet und teilweise einen Balkon oder eine Terrasse. Die Apartments können ab einer Mietdauer von sechs Monaten bewohnt werden. Als Passivhaus nutzt Campus Gardens passive Energiequellen wie die Sonne. Dank moderner Dämmung, intelligenter Bauweise und dreifach-verglasten Fenstern verbraucht es deutlich weniger Energie. Ein Passivhaus kommt auf jährlich circa 15 kWh Heizkosten pro Quadratmeter Wohnfläche, was sich in den niedrigeren Betriebskosten widerspiegelt. Zum Vergleich – als niedrig gelten Heizkosten unter rund 80 kWh pro Quadratmeter im Jahr. 

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