IKEA und afrikanische Designer entwickeln gemeinsam neue Kollektion

Im Rahmen einer Design-Kooperation haben IKEA Designer und Mitglieder des südafrikanischen Indaba Design-Netzwerks gemeinsam an einer neuen Kollektion gearbeitet. 

Ikea Indaba3

Während der „Design Indaba“-Konferenz, die vom 1. bis 3. März 2017 im Artscape Theatre in Kapstadt stattfand und ich vor Ort besuchen durfte, traf ein Team aus IKEA Designern auf Künstler, Architekten und Kreative aus unterschiedlichsten afrikanischen Staaten - darunter Südafrika, Kenia und Angola. Zentrales Thema für die neue Kollektion waren dabei moderne Rituale und ihre Rolle im Zuhause. „Die außerordentlich kreative Entwicklung, die wir derzeit in vielen Städten Afrikas beobachten können, hat IKEA neugierig gemacht. Wir wollen daraus lernen und unser neues Wissen mit der ganzen Welt teilen. Die Zusammenarbeit mit diesen Designern und Künstlern gibt uns dazu die Möglichkeit“, sagt Marcus Engman, Design Manager bei IKEA.   

Wie Menschen in aller Welt in ihrem Zuhause leben, verändert sich ständig. Um diese Entwicklungen zu verstehen und sie mit dem „Democratic Design“-Ansatz zugänglich für alle zu machen, ist es für IKEA wichtig, mit vielen verschiedenen Menschen zusammen zu kommen und sich von ihnen inspirieren zu lassen. Aus diesem Grund war die Kooperation mit Design Indaba ein logischer Schritt. 

Eine andere Idee, die IKEA im Rahmen der Kooperation verfolgt, ist die Entwicklung eines modularen Hauses inspiriert vom Open-Source-Denken. In Kapstadt kam die erste Version als offener Pavillon zum Einsatz. Der Architekt Issa Diabaté und IKEA Designer Kevin Gouriou arbeiteten seit Dezember an dem Konzept – jedoch teilten sie ihre Gedanken und Ideen bisher nur per Email oder Telefon. In Kapstadt hatten sie erstmals die Möglichkeit das Haus aufzubauen und zu testen. Das Projekt ist ein Versuch, eine flexible Wohnungslösung nicht nur für die Menschen in Afrika zu schaffen.

Ikea Indaba Thumb1 Entwurfszeichnungen der neuen Afrika-Kollektion

Design und Kreativität als Basis

Das Design-Netzwerk und IKEA teilen viele Grundsätze, die mit in die Kreation der neuen Kollektion einflossen. Design als Werkzeug zur Verbesserung der Lebensqualität gehört dabei genauso zu den Prinzipien wie die Ansicht, dass Kreativität eine bessere Welt schaffen kann. Die Design-Kooperation war für beide Seiten eine spannende Möglichkeit, neue Einsichten zu gewinnen und innovative Arbeitsweisen zu entwickeln. 

„Dass der weltweit größte Möbel- und Einrichtungsanbieter seine erste Afrika-Kollektion mit Design Indaba entwirft, ist ein echtes Statement. Wir haben bisher schon so viel durch diese Zusammenarbeit gelernt. Das gilt für die Designer und für uns persönlich. Die Reichweite von IKEA ist atemberaubend und doch sind sie ihren Gründungsprinzipien treu geblieben, was uns besonders beeindruckt. IKEA will Design für alle erschwinglich machen. Im Gegenzug bieten wir ihnen frische Ideen aus einer ganz anderen Kultur! Und wir lieben das Credo von IKEA: einen besseren Alltag für alle schaffen. Nun lässt sich IKEA von Afrika inspirieren – und von unseren unerschrockenen Reformern, Denkern, Machern und Aktivisten. Ich kann den Start der Kollektion kaum erwarten“, sagt Ravi Naidoo, Gründer von Design Indaba. 

Ikea Indaba Frakta Die FRAKTA Tasche aus der neuen Afrika-Kollektion

Als absoluter Südafrika Fan finde ich selbstverständlich das gesamte Projekt spannend. Mein persönliches Highlight der Kollektion ist auf jeden Fall die neue FRAKTA Tasche. Die Glitzeroptik sieht nicht nur toll aus sondern ist gleichzeitig noch nachhaltig. Denn diese FRAKTA ist 100% up-cyceled, da sie unter anderem aus gebrauchter Silberfolie hergestellt wird. 

Die ersten Prototypen der Kollektion in Südafrika zu sehen und die Designer zu treffen war ein besonderes Erlebnis. Das Ergebnis der Design-Kooperation lässt allerdings noch etwas auf sich warten und kommt dann 2019 als Kollektion in die IKEA Einrichtungshäuser. Mehr über die Zusammenarbeit und die Aktivitäten während der „Design Indaba“-Konferenz findest du hier.


Über Design Indaba

Mit einer weltbekannten Konferenz, einer Online-Publikation, einem Social DoTank und dem jährlichen Festival of Creativity ist Design Indaba in der weltweiten Kreativlandschaft zu einer festen Größe geworden. Das jährliche Festival lockt seit 1995 die kreativsten Talente der Welt an.

In den 22 Jahren ihres Bestehens ist die „Design Indaba“-Konferenz zu einem der wichtigsten Design-Veranstaltungen weltweit geworden, mit über 55 Referenten und mehr als 5000 Delegierten pro Jahr.

Über die Designer 

Bethan Rayner und Naeem Biviji (Kenia) – Angesiedelt zwischen Design und Handwerk. Ihr Spezialgebiet sind handgefertigte Möbel nach Maß. Ihr vielfältiges Projektportfolio ist geprägt durch ein feines Gespür für ihre Umwelt und den mutigen Einsatz von Ressourcen in einem ressourcenarmen Teil der Welt.

Bibi Seck (Senegal) – Produktdesigner und Lehrer, versiert in vielen Bereichen, von Automobilen bis hin zu recycelten Möbeln. Besondere Leidenschaft: die sozioökonomische Wirkung von Design in Afrika.

Christian Benimana (Ruanda) – Architekt und Designer mit besonderem Interesse für die innovative Verwendung von Materialien und Technologien für nachhaltige Designs.

Hanna Dalrot (Schweden) – Designerin mit einer Leidenschaft für Massenproduktionstechnologien, bei denen die Handarbeit im Endprodukt erkennbar ist. Arbeitet seit 2014 für IKEA.

Hend Riad und Mariam Hazem (Ägypten) – Designer-Duo mit dem Credo, verantwortungsbewusste und durchdachte Produkte zu schaffen. Mit ihrer Arbeit wollen sie die Art und Weise revolutionieren, wie Designer Materialien nutzen und wiederverwenden.

Issa Diabaté (Elfenbeinküste) – Architekt mit der festen Überzeugung, dass Architektur lokale wirtschaftliche und soziale Probleme lösen kann.

Johanna Jelenik (Schweden) – Seit 2002 Designerin bei IKEA. Ihre Motivation: Funktion und Ästhetik kombinieren. Sucht bei Designs nach einer tieferen Bedeutung und einem klaren Kontext und liebt es, Menschen auf der ganzen Welt zu einem nachhaltigen Leben zu inspirieren.

Kevin Gouriou (Frankreich) – Designer mit einer Leidenschaft für die „Erschaffung von Dingen“. Seine Karriere begann 2010 als Schweißer. Seit vergangenen September ist er Projektdesigner bei IKEA.

Laduma Ngxokolo (Südafrika) – Strickdesigner, der die Xhosa-Kultur auf internationale Laufstege bringt und sich für sozialverantwortliches Design einsetzt.

Mikael Axelsson (Schweden) – IKEA Designer seit 2013 mit einer Leidenschaft dafür, Funktion, Konstruktion und Ästhetik nicht nur zu kombinieren, sondern Synergien daraus entstehen zu lassen.

Paula Nascimento (Angola) – Betreibt Architektur-, Urbanismus- und Kulturforschung mit Schwerpunkt auf kreativen Lösungen für alltägliche Probleme der Stadtentwicklung.

Renee Rossouw (Südafrika) – Künstlerin und Architektin, die sich mit vielen verschiedenen Projekten befasst, von Mustern und Produkten bis hin zu Wandmalerei und Kunst.

Selly Raby Kane (Senegal) – Modedesignerin mit Ambitionen weit über die Mode hinaus. So verwandelte sie beispielsweise alte Bahnhöfe in Dakar in besetzte Alien-Städte.

Sindiso Khumalo (Südafrika) – Arbeitet mit verschiedenen Nichtregierungsorganisationen an der Entwicklung nachhaltiger Textilien zusammen und hat eine komplexe grafische Sprache aus Elementen des Zulu und Ndebele entwickelt.

http://www.ikea-unternehmensblog.de/article/2017/afrika-kollektion