Room for Life – „Ich finde es faszinierend, dass wir so viele Menschen mit unseren Produkten erreichen“

Willkommen in Hamburg: Der Katalogstart fand dieses Jahr in der Hanseatischen Materialverwaltung statt. Copyright: adel & link

Die Hanseatische Materialverwaltung, ein altes Backsteingebäude im Hamburger Hafenviertel. An einem Sommerabend im August wird hier der neue IKEA Katalog vorgestellt. Eine spannende Veranstaltung mit vielen interessanten Persönlichkeiten – eine davon ist Sabine Berntsson. Die gebürtige Österreicherin ist extra aus Schweden angereist, um an diesem Abend über „ihr“ Thema zu sprechen: das Wohnzimmer. Als Business Area Managerin ist Sabine bei IKEA of Sweden für „Room for Life“ verantwortlich, das aktuelle Jahresthema bei IKEA. Auf der Bühne berichtet sie über die Transformation des Wohnzimmers und wie stark es sich in den letzten 20 Jahren verändert hat. Im anschließenden Gespräch sprechen wir über ihre Aufgabe, was sie antreibt und natürlich über ihren eigenen „Room for Life“.

Ikea Berntsson Thumb Åsa Navarro, Sabine Berntsson und Marisa Puschmann im Gespräch während des Katalogstart-Events in Hamburg. Copyright: Annika List - Fotografie & Film

Marisa: Sabine, erzähl uns doch ein bisschen über dich und deinen Weg bei IKEA.

Sabine: Ich arbeite seit 1990 bei IKEA – es war mein erster „richtiger“ Job nach der Universität – und habe im Marketing in Österreich angefangen. Besonders wichtig war mir von Beginn an, dass ich dabei für die vielen Menschen arbeite. Nachdem ich kurz in Deutschland tätig war, bin ich nach Schweden ausgewandert. Dort habe ich einen sehr spannenden Bereich betreut, bei dem ich mit Kollegen im mittleren Osten, in Australien und in Island zusammen gearbeitet habe und war dabei, als IKEA Häuser in Griechenland, Israel und in der Türkei eröffneten. 


Marisa: Wie bist du dazu gekommen, im Bereich „Wohnzimmer“ zu arbeiten?

Sabine: Zunächst habe ich mich mit dem Schlafzimmer befasst, auch ein spannendes Thema. Dann wurde ich gefragt, ob ich mir vorstellen kann, das Wohnzimmer neu zu definieren – eine tolle neue Aufgabe und eine lange Reise, die 2013 begonnen hat. Seitdem lernen und verstehen wir – was sich verändert bei den Menschen, aber auch, was wir bei IKEA verändern müssen. Jetzt, im Jahr 2017 ist der große Moment da, wo alles zusammenkommt und wir den ersten Erfolg sehen. 

Ikea Eket Regal Passend für jedes Zuhause – die EKET Regale von IKEA. Copyright: Inter IKEA Systems B.V.

Marisa: Wieso ist gerade das Wohnzimmer so wichtig im eigenen Zuhause?

Sabine: Das ganze Leben findet im Wohnzimmer statt. Es ist das soziale Zentrum der Wohnung – arbeiten, feiern, Freunde treffen, spielen, all das und noch viel mehr verbinden die Menschen damit. Deshalb sprechen wir von „Room for Life“ – der Raum für das Leben. Wir bei IKEA haben festgestellt, dass sich das Leben zu Hause verschoben hat und dass wir uns auch verändern müssen, um die Menschen zu unterstützen. Und das vor allem mit neuen Lösungen, gerade was das Wohnzimmer angeht. Wir haben den Wunsch, nah an den Menschen zu sein und da gerade das Wohnzimmer so ein essenzieller Teil des Lebens ist, wollen wir vor allem hier ansetzen.


Marisa: Unsere Umfrage in Deutschland zum Wohnzimmer hat ja ergeben, dass sich 92 Prozent nicht vorstellen können, ihr Wohnzimmer zu teilen, wenn sich Mieten weiter erhöhen – was sagst du dazu?

Sabine: Das Ergebnis der Studie überrascht mich kaum – das Wohnzimmer ist sehr persönlich, auch wenn es gleichzeitig ein öffentlicher Raum ist, denn hier empfange ich Gäste, möchte es aber nicht auf Dauer teilen. Und auch wenn durch die Urbanisierung mehr Menschen in den Städten leben, bleibt das Wohnzimmer ein sehr privater Ort, in dem man zeigt, wer man ist – man investiert viel in die Einrichtung des Wohnzimmers. Wir haben zum Beispiel angefangen, kleinere Vitrinen zu verkaufen. Dafür verschwinden langsam Möbelstücke wie die Schrankwand. Es ist wirklich spannend – die Menschen kaufen zwar nach wie vor große Möbel, aber auch mehr einzelne Würfel, wie unsere EKET Serie: Sie lässt individuelle Zusammenstellungen und Präsentationsmöglichkeiten zu. Außerdem sieht man hier keine Schrauben mehr – die Teile lassen sich einfach zusammenstecken. Das ist eine Revolution der Montage – denn es geht viel schneller, ist ästhetisch und praktisch zugleich – so etwas gefällt mir sehr!

Ikea F Flottebo Perfekt für ein urbanes Leben auf kleinem Raum: Das wandelbare Sofa FLOTTEBO. Copyright: Inter IKEA Systems B.V.

Marisa: Und veränderst du dein Wohnzimmer regelmäßig?

Sabine: Auf jeden Fall. Gerade Pflanzen machen da viel aus. Wir haben gelernt, dass viele Menschen die Natur gerne in die eigenen vier Wände holen, da bilde ich keine Ausnahme. Ich wohne in Lund in einem sehr alten Haus mit Fenstern zur Straße hin. Dort stelle ich dann gerne hübsche Deko-Artikel, die mir gerade gefallen, aus – für mich und für die Leute, die daran vorbeigehen.


Marisa: In Zeiten von Smartphone und Smart Living wird auch das Wohnzimmer immer digitaler, wie merkst du das bei dir zuhause?

Sabine: Das erlebe ich jeden Tag aufs Neue – mein Sohn spielt mit der Konsole, ich arbeite am Laptop und mein Mann scrollt durch seine E-Mails auf seinem Handy – jeder macht sein eigenes Ding und trotzdem sind wir zusammen als Familie und genießen das. Auch das neue Smart-Lighting-Konzept von IKEA habe ich schon bei mir zuhause. Das lässt sich ganz leicht steuern, mein Mann hat natürlich direkt die passende App auf seinem Smartphone installiert (lacht) – finde ich aber toll, und es funktioniert super. Es sieht auch nicht wirklich technisch aus. Ich glaube, dass IKEA den vielen Menschen dabei hilft, sich solche technischen Erneuerungen anzunähern und natürlich auch, sie sich leisten zu können.

Ikea F Vimle Sofa Die VIMLE Sofas bieten Komfort und Multifunktionalität zugleich: in vielen Formen und Farben. Copyright: Inter IKEA Systems B.V.

Marisa: Beim Thema Wohnzimmer fällt mir als erstes das Sofa als Mittelpunkt ein – wird sich das ebenfalls verändern?

Sabine: Gerade das Sofa ist nach wie vor die Seele des Wohnzimmers und hat einen sehr hohen Stellenwert zuhause. Und doch müssen wir das Sofa den neuen Bedürfnissen anpassen, wie z.B. der Tatsache, dass wir mit Laptop und Tablet darauf sitzen und arbeiten oder Filme schauen. Es ist nicht mehr nur die klassische 3er-Couch, stattdessen gibt es verschiedene Formen, die unterschiedliche Bedürfnisse erfüllen. Unsere neuesten Modelle wie FLOTTEBO (erscheint im Oktober 2017) sind sogar wandelbar und können so jeder Situation angepasst werden. Und doch darf man nicht vergessen, dass der Kauf eines Sofas natürlich ein Investment ist, über das man länger nachdenkt: Da wird viel angesehen, geplant und vermessen, viele Leute sparen lange dafür und deshalb wird oft eine „sichere“ Farbe gewählt, die nicht so schnell aus der Mode kommt. Wir verkaufen nach wie vor viele graue Sofas, die beliebteste Farbe bei uns. Wir wollen natürlich mehr Leben ins Wohnzimmer bringen und schauen, wo und wie wir Trend setzen können. Ich glaube, dass wir nicht nach Mailand (auf die Möbelmesse) schauen müssen, sondern dass wir bei IKEA auch selbst Trends setzen können. Wir sind damit nah an den Menschen dran und vielen Leuten gefällt, was wir tun.


Marisa: Und abschließend darf natürlich eine Frage nicht fehlen: Was ist dein Lieblingsprodukt bei IKEA?

Sabine: BILLY ist natürlich eines meiner absoluten Lieblingsprodukte – ich finde es von den Dimensionen fantastisch. Es passt einfach in jede Wohnung. Das neue Sofa FLOTTEBO und das VIMLE Sofa finde ich ebenfalls super – ich habe es in blau schon zuhause, inklusive der versteckten Verwahrungsmöglichkeit. Das finde ich immer klasse – es sieht aus wie ein einfaches Sofa, aber hat auch einen intelligenten Zusatz, der das Leben einfacher macht.

http://www.ikea-unternehmensblog.de/article/2017/interview-sabine-berntsson