Lasst uns spielen!

Ich mag keine Gesellschaftsspiele. Damit stehe ich ziemlich allein da, denn gerade unter den Erwachsenen erleben Gesellschaftsspiele ja seit einigen Jahren eine echte Renaissance. Oder waren sie vielleicht nie außer Mode? Keine Ahnung, aber Tatsache ist, dass mich die Vorstellung, mich mit anderen zusammen um einen Tisch zu setzen, auf dem Spielbrett Handelsstraßen und Städte zu bauen, wahnsinnig macht. Das hat zwei Gründe: erstens empfinde ich es als vertane Zeit, zweitens kann ich nicht gut verlieren.

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Mein Widerwille und die genannten Gründe sind aber natürlich auch schon Ausdruck eines Defizits, dass ich sicher habe: Ich kann mich schlecht darauf einlassen, Dinge ohne offensichtlichen Nutzen zu tun. Wenn ich wandere, tue ich das, um etwas für meine Gesundheit zu tun; wenn ich ein Buch lese, tue ich das meistens auf Englisch, um gleich noch die Fremdsprachenkenntnisse zu erweitern; wenn ich in den Urlaub fahre, will ich mich in der zur Verfügung stehenden Zeit maximal erholen ...

Dabei ist es eine allgemein anerkannte Tatsache, dass Spielen viele positive Effekte hat – bei Erwachsenen und Kindern: Spielen fördert die Entwicklung, macht uns kreativ, weckt Neugier und lehrt uns, zusammenzuarbeiten. Untersuchungen zeigen, dass die Menschen sich mehr Zeit zum Spielen wünschen. Mit besonderem Fokus auf Eltern und ihre Kinder hat der IKEA Playreport 2015 zum Beispiel ergeben, dass es immer mehr Eltern schwierig finden, Zeit zum Spielen mit ihren Kindern zu finden. Rund die Hälfte (49 %) der befragten Eltern stimmen der Aussage „Ich habe nicht genug Zeit, um mit meinen Kindern zu spielen“ zu (16 % stimmten sogar sehr zu). Das ist eine Steigerung gegenüber 2009, als nur 45 % diese Meinung teilten. Dies ist ein Trend, der sich fortsetzt, wie auch der neue IKEA Playreport 2017, der am 02. November veröffentlicht wird, zeigt. Mit Blick auf meine eigenen Kinder kann ich dieses Ergebnis übrigens nur bestätigen: Zwar haben wir eine eigene Definition von „Spielen“ – bei uns ist es DIY und Basteln – aber dafür hätten wir gern deutlich mehr Zeit, als wir tatsächlich damit verbringen können.

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Blickt man auf Dritte-Welt-Länder oder Länder in Kriegs- und Katastrophengebieten, erscheint der Zeitmangel fast als Luxusproblem: Hier, wo Kinder wegen ihrer dramatischen Lebensumstände keine Gelegenheit zum Spielen haben, setzt „Let’s Play for Change“, die gemeinsame Kampagne von IKEA und der IKEA Foundation, an: Sie rückt das Spielen in den Mittelpunkt und lädt alle dazu ein, mehr zu spielen und den Alltag schöner zu machen. Die mehrjährige gemeinnützige Kampagne will Kindern zu ihrem Recht auf Spielen verhelfen. Die IKEA Foundation weiß, dass vielen Kindern auf der Welt sicherer Raum zum Spielen und sich Entwickeln fehlt. Durch eine Spende in Höhe von 45 Millionen Euro an Handicap International, Save the Children, Special Olympics, Room to Read, UNICEF und War Child will die IKEA Foundation besonders schutzbedürftigen Kindern die Möglichkeit geben, in einem sicheren Umfeld zu spielen und ihr Potenzial zu entfalten.

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„Jedes Kind hat ein Recht auf Spielen“, sagt Per Heggenes, CEO der IKEA Foundation. „Leider gibt es viele Regionen auf der Welt, in denen katastrophale Umstände Kinder davon abhalten, einfach Kinder zu sein. Durch die „Let’s Play for Change“-Kampagne wollen wir diese Hürden in einigen der schwächsten Gemeinschaften der Welt beseitigen und eine globale Bewegung für das Spielen in Gang bringen.“

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Um die Bedeutung des Spielens in unserem Alltag aufzuzeigen, organisiert IKEA während der „Let’s Play for Change“-Kampagne (Start: 28. Oktober) in Einrichtungshäusern weltweit Spielangebote und Aktivitäten. Da werden „Hüpfekästchen“ auf den Boden geklebt und  Schnurrbärte auf Spiegeln laden zum Spiegel-Selfie im Vorbeigehen ein. Das ist dann auch etwas für mich: Während ich einkaufe und mich zu neuen Eichrichtungslösungen inspirieren lasse, kann ich gleichzeitig spielen – darauf freue ich mich!

Ich denke sowieso, dass Spielen eine Lebenseinstellung ist. Spielen heißt, an alles, was man tut, mit Spaß heranzugehen. Gerade die ganz normalen Alltagsaktivitäten, die einen Großteil unseres Lebens zu Hause ausmachen, lassen sich oft mit einer spielerische Komponente lustiger gestalten. Das ist meine Art zu spielen – Handelsstraßen und Städte werde ich trotzdem nicht bauen!

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http://www.ikea-unternehmensblog.de/article/2017/lets-play-for-change