Von schwedischer Küche, begeisterten Köchen und klebriger Glasur

Die schwedische Küche hat viel mehr zu bieten, als Zimtschnecken und Knäckebrot! Sie ist wärmend und reichhaltig, mal süß, mal salzig, sie ist einfach und unkompliziert und vor allem spiegelt sie die schwedische Kultur und die geographische Lage Schwedens wider. Wir haben uns mal Schwedens Küche, Köche und Foodblogger genauer angesehen und ein typisch schwedisches unglaublich leckeres Rezept mitgebracht. 

Leila Lindholm In June 2015 Leila Lindholm (Foto: Frankie Fouganthin, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International)

Auf heimische Produkte wie Elchfleisch, eingelegter Hering oder Preiselbeeren legen die Schweden sehr viel Wert. Es ist sogar üblich, Lebensmittel wie Brot und Marmelade selbst herzustellen. Besonders bemerkenswert ist es, dass alle Kinder in der Schule ein kostenloses Mittagessen erhalten und im Schulfach Hemkunskap (ähnlich dem deutschen Fach der Hauswirtschaft) lernen, wie man Essen zubereitet. Ob das wohl Leila Lindholms Leben beeinflusst hat? Die wohl bekannteste schwedische Köchin hat schon mit 14 Jahren gewusst, dass Kochen ihre Berufung ist. Nachdem sie in vielen namenhaften Restaurants gearbeitet hat, kann sie mittlerweile auch stolz auf ihre acht veröffentlichten Kochbücher zurücksehen (hier geht es zu den deutschen Ausgaben). Das Schöne an ihren Rezepten ist deren Einfachheit und Geselligkeit. Beim Durchblättern der Bücher stößt man auf backfrische Pizzen, auf Waffeltürme mit Blaubeerkompott und auf Eiscremerezepte, die so klangvolle Namen wie „Chunky-Monkey-Semifreddo“ tragen. Dazu kommen alle Rezepte ohne ungewöhnliche Zutaten aus und sind absolut familientauglich. Übrigens ist es in Schweden üblich, sich selbst von den Gerichten auf dem Tisch zu bedienen. Nicht mal der Kuchen wird angeschnitten, sondern lediglich mit einem Messer zum selbst Abschneiden serviert. Daher gilt es auch als unhöflich, etwas auf seinem Teller übrig zu lassen!

Als Schwedin schätzt Leila auch die Vielfalt internationaler Gerichte sehr. So findet man in ihren Büchern nicht nur typisch skandinavische Gerichte, sondern auch italienische Spezialitäten, leckere asiatische Kleinigkeiten oder amerikanische Rezepte voller Überraschungen. Was aber ist denn nun typisch schwedisch? Vielleicht Leilas klassische Hackbällchen oder Semlor, die kleinen schwedischen Hefebrötchen? Allgemein trifft es das Wort Husmanskost, also Hausmannskost, sehr gut: Kartoffeln, Rotwildfleisch, Lachs oder auch der berühmte Blutpudding landen bei den Schweden öfter auf dem Teller! 

Ikea Schwedische Koche2

Mit Liebe fürs Detail

Während Leila quer durch den schwedischen Gemüsegarten kocht, hat sich Linda Lomelino, die schwedische Bloggerin, auf ihrem Blog Call Me Cupcake ganz der süßen Versuchung hingegeben. Sie begeistert das Netz mit ihren süßen Kuchen und Törtchen, die so zauberhaft fotografiert sind, dass man am liebsten in ihre Welt eintauchen möchte. Dass die Schweden verrückt nach Süßem sind, weiß jeder, der mal einen schwedischen Supermarkt von innen gesehen hat. Dort ist es üblich, sich Bonbons, Fruchtgummis und Schokolade, sogenannte Godis, mit einer Kelle aus offenen Behältern zu schöpfen. Linda allerdings hat süßes Gebäck und die Fotografie für sich entdeckt, und dass, obwohl sie früher so gut wie nie gebacken, geschweige denn das Backen an sich gemocht hat. Sie wollte aber etwas kreieren, das nicht nur lecker, sondern auch hübsch anzusehen ist, woraufhin ihr die Idee zu ihrem Blog kam. Und was wäre ein Back-Blog ohne gute Fotos? Kurzerhand hat sie ihre kleine Küche zur Backstube ernannt und ihr Wohnzimmer zum Fotostudio. Daran hat sich bis heute nichts geändert, was ich bei der guten Qualität ihrer Fotos und Backwerke äußerst beindruckend finde! Aber das ist eben typisch Linda, die einfach mit dem arbeitet, was sie hat. Und wenn doch mal etwas schief läuft? Dann streicht sie einfach ein bisschen Glasur drüber! Ihr Plan scheint jedenfalls aufzugehen, denn die Bloggerin mit ihren traumhaften Fotos hat bereits ein eigenes Backbuch herausgebracht.

Passend dazu habe ich ein Rezept von ihrem Blog getestet: Schwedische Mocha Squares, oder auch Kärleksmums die mit ihrem Frosting und der Kombination aus Schokolade und Kokos echt schwedisch daherkommen! Eigentlich bin ich gar kein Fan von Frostings und Kokos, aber die sollte man probieren! Meine ganze Familie und sogar der Onkel aus Amerika war begeistert!

Ikea Schwedische Kuche1

Mocha Squares – eine schwedische Spezialität

Zubereitungszeit:  45 Minuten, für 4 Personen oder mehr… 


Zutaten

Für den Teig:

150 g Butter
270 g Mehl
30 g Kakaopulver
2 1/2 TL Backpulver
1/4 TL Salz
4 Eier
250 g Zucker
1/4 TL Vanillezucker
150 ml Milch

Für das Topping:

50 g Zartbitter-Schokolade
75 g Butter
90 g Puderzucker
1 Prise Salz
3 TL Kakaopulver
3 TL frischer Kaffee (abgekühlt)
1 TL Milch oder Sahne
Kokosraspel für die Deko

Zubereitung 

Für den Teig den Ofen auf 175°C vorheizen und eine 20×30 Zentimeter große Back- oder Ofenform einfetten. Ich habe meine Küchlein-Form verwendet. Die Butter schmelzen lassen und beiseite stellen, zum Abkühlen. Das Mehl, Kakaopulver, Backpulver und Salz miteinander mischen. Die Eier, den Zucker und Vanillezucker schlagen, bis die Mischung leicht schäumt und die Zutaten mit der Mehlmischung mixen. Die geschmolzene Butter hinzufügen. Alle Zutaten mischen, bis es eine gleichmäßige Masse ergibt. Den Teig in die vorbereitete Form füllen und diese auf eine der unteren Stufen in den Ofen schieben. Den Kuchen für 20-25 Minuten backen. Mit Hilfe des Stäbchen-Tests prüfen, ob er durchgebacken ist. Alles unter einem Küchenhandtuch abkühlen lassen. Für das Topping die Schokolade im Wasserbad oder in der Mikrowelle schmelzen lassen. Danach bis auf Raumtemperatur abkühlen lassen. Derweil die Butter und den Puderzucker zu einer gleichmäßigen, luftigen Masse schlagen. Die Schokolade untermischen. Salz, Kakaopulver, Kaffee und Milch/Sahne hinzufügen und die Masse mixen, bis sie weich und luftig wird. Den Kuchen in kleine Teile schneiden und das Topping auf den Squares verteilen. Das Ganze mit Kokosraspeln dekorieren. Fertig sind die köstlichen Schokoladen-Mocha-Squares.

Bon Appétit!

http://www.ikea-unternehmensblog.de/article/2017/schwedische-kueche