Together! Die Neue Architektur der Gemeinschaft

Noch bis 10. September 2017 in Weil am Rhein: "Together – Zusammen" – ist nicht nur ein wichtiger Begriff bei IKEA, sondern auch der Titel der aktuellen Ausstellung im Vitra Design Museum in Weil am Rhein, die die IKEA Stiftung gefördert hat. Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Frage, wie Menschen in Zukunft zusammenleben können und es teilweise auch heute schon tun.

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Csm 17 Schwimmbad Im Kellergeschoss Der Sargfabrik Wien Bkk 2 Wien 1992 96 C Hertha Hurnaus Hp 9390451D08 Csm 20 Bibliothek Cooperative Kalkbreite Zuerich 2014 Mueller Sigrist Architekten C Mueller Sigrist Architekten Foto Martin Stollenwerk Hp 29030421B9

Vor dem Hintergrund, dass Wohnraum immer knapper und teurer wird, sind in den letzten Jahren weltweit neue Formen des gemeinschaftlichen Wohnens und Bauens entstanden. Die neue „Architektur der Gemeinschaft‟ zeigt daher neue Wohntypologien und Formen einer Ökonomie des Teilens. Dabei ist die Notwendigkeit, auf steigende Mieten und Immobilienpreise zu reagieren nur ein Aspekt. Es zeigt sich auch, dass sich Gesellschaften im Umbruch befinden, weil immer mehr Menschen nicht mehr in klassischen Familienstrukturen leben. Für viele ist das Leben in Gemeinschaft daher eine vielversprechende Alternative, die soziale Kontakte fördert und Kosten senkt. Die gemeinsame Nutzung von Wohn- und Wirtschaftsräumen bietet die Chance, den individuellen Wohnbereich nach Bedarf auszuweiten oder soziale Kontakte zu ermöglichen.


Städtischen Raum neu nutzen

Die Ausstellung präsentiert eine Vielzahl von Beispielen aus Europa, Asien und den USA. Sie zeigen sehr nachdrücklich wie städtischer Raum neu genutzt werden kann, indem zum Beispiel Bahnhöfe oder Straßen überbaut oder integriert werden. Gemeinschaftliche Wohnmodelle können sich heute nicht nur erfolgreich im kommerziellen Wohnungsmarkt behaupten, sondern ihn darüber hinaus auch positiv verändern. Sie sind Teil der so genannten »sharing economy«, die die Rolle des Eigentums grundlegend neu definiert: Bewohner und Architekten planen heute gemeinsam, es entstehen neue Verbindungen von Wohnen und Arbeiten, die erst dank der Digitalisierung möglich geworden sind.

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Wohnen als sozialer Protest und Reformidee

Ganz so neu ist die Idee der gemeinschaftlichen Architektur dabei jedoch nicht. Vorläufer waren bereits die Reformideen des 19. Jahrhunderts und die Hippie- und Hausbesetzerszene, die mit dem Slogan »Make love, not lofts« antrat. Die Ausstellung zeigt die Geschichte sozialer Wohnideale, die zumeist aus einem Protest gegen bestehende Verhältnisse entstanden sind. Gemeinsam ist den Beispielen der Gedanke, durch ein gemeinschaftliches Wohnen die Lebensumstände der Menschen zu verbessern, ohne ihren individuellen Raum in Frage zu stellen.



„Together! Die neue Architektur der Gemeinschaft‟

im Vitra Design Museum,

Charles-Eames-Str. 2, 79576 Weil am Rhein,

vom 3. Juni bis zum 10. September 2017.

Weitere Informationen

                                      
http://www.ikea-unternehmensblog.de/article/2017/together-ausstellung