Zusammenarbeit mit Design-Hochschulen

Wir haben uns mit der quirligen IKEA Kreativchefin Sigga Heimis getroffen, um zu erfahren, warum sie IKEA Studenten in London und Tokio die DELAKTIG Basis, entwickelt in Zusammenarbeit mit Tom Dixon, zum Experimentieren überlässt.

Ikea Delaktig Sigga IKEA Kreativchefin Sigga Heimis

Die Zusammenarbeit mit Design-Hochschulen ist für IKEA nichts Neues. Als Sigga Heimis im Jahr 2000 zu IKEA kam, bat Designchef Lars Engman sie inoffiziell, Hochschulen in die Entwicklung von IKEA Klassikern wie KRUSNING einzubeziehen. Mit der Zeit ist für sie daraus eine echte Leidenschaft geworden. „Ich war schon immer ein großer Fan von Design-Hochschulen und kreativen Nachwuchsdesignern“, sagt Sigga.

Heute, sechzehn Jahre später, gehört die Zusammenarbeit mit Studenten fest zu ihrem Job. Sigga ist darüber hinaus für Grafikaufgaben in der Designabteilung und die Designstrategie bei Kooperationen und Kollektionen zuständig, die eine spezielle Idee verkörpern sollen. „Mir gefällt, dass ich in meiner Rolle Studenten eine echte Chance im Designbereich bieten kann“, sagt Sigga, die es zu Beginn ihrer Karriere selbst sehr schwierig fand, sich ein eigenes Netzwerk aufzubauen. Im Vergleich zu der Vielzahl von Designern, die Jahr für Jahr ihren Abschluss machen, sind die Chancen auf praktische Erfahrung und Kontakte in der Designbranche eher spärlich gesät.

Ikea Delaktig Studenten Studenten experementieren mit der DELAKTIG Basis

Siggas Projekte unterscheiden sich von denen des IKEA Praktikumprogramms, sind aber eine nicht weniger gute Möglichkeit, neue Talente zu finden. Ihre Zielsetzung ist jedoch eine andere. Die Zusammenarbeit mit IKEA soll Studenten die Möglichkeit geben, aus ihrer jungen, unbelasteten Perspektive frische Ideen und Denkweisen für IKEA zu entwickeln. Im Gegenzug erhalten sie die einmalige Gelegenheit, Einblicke in die Produktion zu gewinnen. 

Sigga hofft, dass neben der Designabteilung noch viele weitere Bereiche von IKEA bereit sind für diese Art der Zusammenarbeit. Ihre Aufgabe ist es, die richtige Hochschule für das jeweilige Projekt zu finden. Inhaltlich gibt es keine Vorgaben. Die Teilnehmer können Studenten sein, die ihre Masterarbeit zu einem bestimmten Thema schreiben, oder auch ein ganzer Kurs, der mit einem Gestell experimentiert, das nach einem bekannten Designprofil entwickelt wurde.

Ikea Delaktig Sofa IKEA DELAKTIG Sofa mit Aluminium-Profil

Was ist DELAKTIG?

IKEA will traditionelle Sitz- und Schlafmöbel für das Zuhause revolutionieren. Ein begrenztes Platzangebot und neue Technologien verändern die Art und Weise, wie Menschen ihren Wohnraum nutzen. Die einzelnen Bereiche des Zuhauses verändern sich, und im Alltag kristallisieren sich neue Bedürfnisse heraus.

Zusammen mit Tom Dixon hat IKEA nun die flexible Basis DELAKTIG entwickelt. Es handelt sich dabei um eine neue Art von Rahmengestell für Sitz- und Schlafmöbel. 
Der Kern der DELAKTIG Basis ist ein Aluminium-Profil. Aluminium ist stabil und langlebig, die gewählte Zusammensetzung besteht zu 40% aus recyceltem Material. 

Das Alu-Profil wurde zu einem Grundgestell für unsere Sitz- und Schlaflösung verarbeitet. Die Flexibilität des Profils ermöglicht es, das Gestell als Bettgestell zu verwenden oder mit Zubehör, Erweiterungen oder ergänzenden Teilen ganz einfach um neue Funktionen zu erweitern. 

Ikea Delaktig Skizze5 Ausschnitt einer DELAKTIG Ideenskizze

Mitwirkung an der Entwicklung von DELAKTIG

Die Kooperation findet in London und Tokio statt. Studenten der Musashino Art University in Japan durften über mehrere Monate hinweg mit der DELAKTIG Basis für Sitz- und Schlafmöbel arbeiten, die in Zusammenarbeit mit Tom Dixon entwickelt wurde. An der Royal Academy of Arts in London war das Gestell Gegenstand eines einwöchigen Seminars. IKEA und Tom Dixon wollten ganz bewusst Studenten mit unterschiedlichem geografischem und kulturellem Hintergrund damit experimentieren lassen. 

Siggas Aufgabe ist, die Studenten in der Zusammenarbeit zu führen und die IKEA Design-Philosophie und Arbeitskultur zu vermitteln, in der das Hauptaugenmerk auf Zusammenarbeit und Teamwork liegt. 

Kürzlich arbeiteten Studenten einer Hochschule in der Schweiz, der ECAL/University of Art and Design Lausanne, mit IKEA an einem gemeinsamen Projekt. Sie erhielten nicht nur die Chance, eine Ausstellung zu gestalten, die beim IKEA Democratic Design Day gezeigt wird, sondern besuchten auch unser Designzentrum in Älmhult und ein Werk in Polen, das unsere Board-on-Frame-Elemente produziert. „Alles im Detail kennenzulernen, zu sehen, wie man die einzelnen Elemente zusammenfügt und den Holzverbrauch senkt, das war geradezu magisch“, sagt Luisa Pietrini, eine Projektteilnehmerin und Studentin in zweiten Jahr.

„Wir meinen ernst, was wir sagen, und arbeiten eng mit den Design-Studenten zusammen. Das ist kein billiger Marketing-Trick!“, betont Sigga. Es sind viele weitere Kooperationsprojekte in Europa und weit darüber hinaus geplant. Im Vorfeld muss jedoch stets ein vertraglicher Rahmen festgelegt werden, der die Rechte am geistigen Eigentum regelt. Die Hochschulen sind die Eigentümer der Produkte ihrer Studenten. IKEA kauft die Ideen, die weiterverfolgt werden sollen. „Der schönste Moment ist immer, wenn ich ein Nachwuchstalent anrufe und sage: IKEA produziert deine Uhr oder deinen Stuhl“, erzählt Sigga. Eine tolle Referenz, die die Studenten schon bei ihrem Abschluss in der Tasche haben!