Kaffee gefällig? – Ein Besuch bei unseren Kaffeeanbauern in Peru

Hier im Norden von Peru, 1.200 Meter über dem Meeresspiegel und östlich der Anden gelegen, baut Américo Gil Guevara seit 30 Jahren Kaffee an.

Der neue IKEA PÅTÅR Kaffee schmeckt nicht nur gut – er wird auch mit Rücksicht auf Mensch und Umwelt angebaut. Unsere Kollegin von IKEA Food in Schweden, Sanna Lennartsson, ist nach Peru gereist und hat dort den Kaffeeanbauer Américo getroffen.

Hier erzählt sie von ihrer Reise und schildert, wie die Zusammenarbeit mit IKEA Américos tägliches Leben und das seiner Familie verbessert hat.

IIKEA_PATAR_01 Américo Gil Guevara kontrolliert die Ernte.

Eine Tasse Nachhaltigkeit aus Peru

von Sanna Lennartsson

Im Norden von Peru, gut 1.200 Meter über dem Meeresspiegel und östlich der majestätischen Anden gelegen, bauen Américo Gil Guevara und seine Familie seit über 30 Jahren Kaffee auf ökologische Weise an. Seine Farm gehört zu denen, die IKEA mit Arabica-Bohnen für den PÅTÅR Kaffee versorgen. Die Landschaft ist wunderschön, hier scheint die Zeit stillzustehen. Aus dem Regenwald ragen Bergkämme empor, an die sich weiße Wolken schmiegen. Durchzogen ist die Gegend von tiefen Flusstälern. Angesichts dieser prächtigen Natur versteht man, weshalb gerade hier in Peru schon seit langem Bio-Kaffee angebaut wird. „Wir investieren in die Umwelt. Wenn wir sie nicht verschmutzen, dann verunreinigen wir uns selbst auch nicht, und andere ebenfalls nicht”, sagt Américo Gil Guevara stolz.

Seit Oktober gibt es den neuen PÅTÅR Kaffee bei IKEA. Das Kaffeetrinken ist tief verankert in der schwedischen Kultur – und die schwedische Kultur ist wichtig für IKEA. PÅTÅR bedeutet „Nachschlag” auf Schwedisch; schon der Name sagt also viel über unser neues Produkt aus. Denn wer kann schon einem „Nachschlag” widerstehen, wenn man einmal von diesem köstlichen IKEA Kaffee gekostet hat? „Wir wissen, dass Kaffee im Alltag vieler Menschen eine wichtige Rolle spielt”, sagt Ulrika Hvistendahl, Sustainability Communicator beim IKEA Konzern. „Wir wollen einen gut schmeckenden Kaffee von guter Qualität anbieten, der für die ‚vielen Menschen’ aufgrund eines guten Preis-Leistungs-Verhältnisses erschwinglich ist.”

Doch Geschmack ist nicht alles. Genauso wichtig ist es, dass der Kaffee mit Rücksicht auf Mensch und Umwelt produziert wird. Der PÅTÅR Kaffee ist daher nicht nur ökologisch angebaut, sondern auch UTZ-zertifiziert. „Wie haben das Gütesiegel UTZ gewählt, weil es sehr gut zu unserem IWAY Standard passt. UTZ versucht unter anderem die Arbeitsbedingungen von Kaffeeanbauern zu verbessern und bietet besondere Schulungen an, um die Farmer bei ihrer nachhaltigen Anbauweise zu unterstützen. Zudem sichern verschiedene Maßnahmen den Kaffeeanbauern eine Erhöhung ihrer Erträge zu und tragen so zu einer Verbesserung ihres Lebens bei”, erklärt Ulrika.

IKEA_PATAR_02 Die Kaffeekirschen werden von Hand gepflückt.

UTZ hilft den Farmern also bei einem effizienteren Anbau der Kaffeepflanzen, damit diese höhere Erträge erzielen. Kinderarbeit ist natürlich verboten. UTZ ermutigt die Farmer, ihren Kindern eine Schulausbildung zukommen zu lassen. Das Programm versorgt sie zudem mit Informationen und Materialien, mit denen sie ihre Standards auf der Plantage und zu Hause anheben können. „Sie bringen uns viele verschiedene Sachen bei”, sagt Américo. „Landwirtschaftsexperten besuchen uns einmal im Monat und zeigen uns bessere Anbau- und Erntemethoden und auch, wie wir mit den Früchten sorgsamer umgehen können. So haben wir zum Beispiel gemeinsam einen hölzernen Sockel errichtet, damit die empfindlichen Kaffeebohnen bei der Lagerung nicht mehr mit dem Boden und seinen Stoffen in Berührung kommen.”

Es ist ein steiler, steiniger und 600 Meter langer Pfad, der Américos Plantage vom nächstgelegenen Dorf La Chorrera trennt. Buchstäblich atemberaubend ist hier oben allerdings nicht nur die Aussicht, sondern auch die dünne Luft, weshalb wir des Öfteren anhalten müssen. Außer Américo, der ist die dünne Luft gewohnt und schreitet zusammen mit seinen Kindern, die alle nur Flip-Flops tragen, munter voran. Die Farmen sind klein – selten größer als zwei Hektar – und werden von einzelnen Familien bewirtschaftet, die Mitarbeiter kommen aus den umliegenden Dörfern. Als IKEA Américo besuchte, hatte gerade die Erntezeit begonnen. Die dauert von April bis Juli, da die Früchte zu verschiedenen Zeiten reif werden. Oft unterstützen sich die Kleinbauern gegenseitig bei der Ernte.

„Während der Erntezeit sind wir wie eine große Familie”, erzählt Américo. „Wir arbeiten zum Beispiel zwei Tage auf meiner Plantage, dann zwei auf einer eines anderen Farmers und so weiter.” Cedros Café, die Kooperative der Kaffeeanbauer, zu der Américo und andere lokale Produzenten ihre getrockneten Kaffeebohnen bringen, befindet sich in der Provinzhauptstadt Jaén. Jaén liegt nur 100 Kilometer von La Chorrera entfernt, aber die Reise auf den schlechten, kurvenreichen Bergstraßen dauert geschlagene vier Stunden. Oft sind die Straßen von Kuhherden blockiert oder Erdrutsche oder Überschwemmungen haben sie unbefahrbar gemacht, daher warten die Farmer, bis sie eine große Menge an Kaffee zusammenhaben, bevor sie sich auf den beschwerlichen Weg machen. Zu lange warten dürfen sie allerdings auch nicht, denn der Geschmack des Kaffees kann schnell verderben. Bei Cedros Café werden die Kaffeebohnen auf Schäden sowie Missbildungen überprüft und dann nach Größe sortiert, damit sie kategorisiert und preislich festgelegt werden können. Zudem wird der Kaffee hier auch etikettiert, sodass jeder, der ein Päckchen PÅTÅR kauft, die Herkunft seines Kaffees zurückverfolgen kann. 

IKEA_PATAR_03 Die fertige Kaffee-Ernte.

Die Kooperative Cedros Café zählt 216 Mitglieder. Durch die Zusammenarbeit können die kleinen familienbetriebenen Farmen effizienter bewirtschaftet werden, zudem können sie sich für Förderprogramme und andere Leistungen bewerben, z. B. für Schulungen und Zertifizierungen. Seit gut drei Jahren ist die Kooperative selbst UTZ-zertifiziert. „UTZ und ökologischer Anbau sind eine gute Kombination. Wenn ein Produzent Bio-Kaffee herstellt und keine synthetischen Dünger und Pestizide einsetzt, um seine Ernte nach oben zu treiben, hilft UTZ zum Beispiel bei der Ernteplanung, wovon die Farmer profitieren”, sagt Patricia Quijandria, UTZ-Repräsentantin für Peru und Ecuador. „Wir halten engen Kontakt zu den Produzenten. Sie können sich immer an uns wenden. Wir wollen nachhaltige Produkte. Und um das sicherzustellen, müssen die Kaffeeanbauer mit ihrer Arbeit und den Erträgen zufrieden sein. Und sie müssen lernen, das von uns vermittelte Wissen umzusetzen.” „Ich bin mit der Zertifizierung meines Kaffees sehr zufrieden”, sagt Américo. „Dadurch verdiene ich mehr und ich kann es mir leisten, meine Kinder zur Schule zu schicken. Außerdem möchte ich, dass mein Kaffee gut ist. Der beste! Das Beste ist gut für uns und auch gut für alle anderen.”

Nachdem der Kaffee die Qualitätskontrolle durchlaufen hat und etikettiert wurde, wird er über die Andenkette in die küstennahe Stadt Piura gebracht. Hier wird das Pergamenthäutchen von den Bohnen gelöst und die Bohnen noch einmal daraufhin geprüft, ob Verfärbungen, deutliche Größenunterschiede oder andere Auffälligkeiten vorliegen. Eine einzige schadhafte Bohne kann den Geschmack eines ganzen Sacks voller Bohnen zerstören, deshalb wird nichts dem Zufall überlassen. Das Pergamenthäutchen schützt die grüne Kaffeebohne vor äußeren Einflüssen und auch vor Geschmacksveränderungen, daher ist das Entfernen der Häutchen der letzte Akt, bevor die Bohnen nach Europa verschifft werden – eine Reise, die zwei Monate dauern kann.

Die Röstung der Bohnen schließlich, die dem Kaffee den gewünschten Charakter verleiht, ist eine wahre Kunst. Die Eigenschaften der Bohnen müssen mit der Rösttemperatur und -zeit in Einklang gebracht werden, um das optimale Ergebnis zu erzielen. „Es ist wichtig für uns, dass der Kaffee von guter Qualität ist, gut schmeckt und zu einem guten Preis an unsere Kunden verkauft werden kann”, betont Ulrika Hvistendahl. „Aber genauso wichtig ist es, dass er ökologisch hergestellt wird und zertifiziert ist.” In der Rösterei wird der Kaffee von Experten erneut unter die Lupe genommen, um seine Qualität und seinen Charakter zu ermitteln. Erst danach wird er als PÅTÅR verpackt und an die IKEA Einrichtungshäuser auf der ganzen Welt ausgeliefert. „Wir sind sehr stolz auf unseren Kaffee. Und wir sind froh, dass wir dieses Produkt unseren Kunden anbieten können”, sagt Ulrika.