Pilotprojekt „Schutz- und Spielraum“

Die Flüchtlingsthematik ist in aller Munde, doch stehen die Bedürfnisse von Kindern dabei viel zu wenig im Vordergrund. Dabei gehören sie zu den am meisten Schutzbedürftigen. Die Erfahrungen und Erlebnisse, die sie im Krieg und auf der Flucht gemacht haben, hinterlassen tiefe Einschnitte in ihrem Gedächtnis. Und sie wollen doch nur eines: spielen, toben, lachen und lernen, wie alle anderen Kinder auch. Die IKEA Stiftung hat sich dieser Problematik gemeinsam mit der Kinderrechtsorganisation Save the Children und dem Berliner Senat angenommen und das Projekt „Schutz- und Spielraum“ ins Leben gerufen. Am 26. Januar 2016 wurde in der Notunterkunft in Berlin-Tempelhof der erste „Schutz- und Spielraum" innerhalb Deutschlands vorgestellt.

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2015 kamen rund 1,1 Mio. Flüchtlinge nach Deutschland und selbst im Januar 2016 ließen sich rund 60.000 neue Flüchtlinge nicht von den widrigen Wetterverhältnissen abbringen, um in der Bundesrepublik Zuflucht zu suchen. Dabei ist vermutlich jeder dritte Flüchtling unter 18 Jahre alt. Ende 2015 lebten weit über 250.000 registrierte Flüchtlingskinder in Deutschland.

Einfach nur Kind sein

Neben der erfahrenen Gewalt leiden viele Kinder auch unter der Ungewissheit um die eigene Zukunft. Dabei wollen gerade sie spielen und lernen. Daher ist es wichtig, Flüchtlingskindern den Schulbesuch sowie Spiel- und Freizeitmöglichkeiten zu ermöglichen. Denn ein geregelter und abwechslungsreicher Tag gibt den Kindern ein wenig Struktur und Sicherheit zurück. Zudem ist eine gute Ausbildung der Schlüssel für eine hoffentlich bessere Zukunft und die Ablenkung beim Spiel lässt sie die Schrecken der Flucht wenigstens für eine Weile vergessen. Der „Schutz- und Spielraum" ist ein wichtiger Baustein in diesem Konzept.

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„In den deutschen Flüchtlingsunterkünften leben zahlreiche Kinder, die im Grunde wie Erwachsene behandelt werden“, kritisiert Kathrin Wieland, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland. „Ihre besonderen Bedürfnisse und ihre hohe Schutzbedürftigkeit werden kaum wahrgenommen noch sind sie flächendeckend rechtlich verankert. Deshalb sind wir sehr dankbar, dass uns die IKEA Stiftung dieses wichtige Pilotprojekt finanziert. In Tempelhof setzen wir Kinderschutz in die Praxis um – eine wichtige Voraussetzung für eine gelungene Integration.“

Schutz und Rückzug für Flüchtlingskinder

Die „Schutz- und Spielräume“ von Save the Children bieten Kindern in Notsituationen eine geschützte Umgebung. Das Konzept, rund um den Globus in Krisenregionen erprobt, kommt nun erstmals in Deutschland zum Einsatz. In Berlin Tempelhof leben derzeit rund 2.000 Flüchtlinge – davon sind 40 Prozent Kinder. Die Situation ist oft chaotisch. Es fehlt an Platz und Spielsachen, an Ruhezonen und Bewegungsmöglichkeiten – angesichts der dramatischen Erfahrungen, die viele Kinder auf der Flucht gemacht haben, ein unhaltbarer Zustand. Der „Schutz- und Spielraum“ in Berlin soll nun Abhilfe schaffen.

Starke Partnerschaft

Jedes Jahr unterstützt die deutsche IKEA Stiftung mehr als 100 kleine und große Projekte mit insgesamt mehr als 1,5 Mio. Euro aus den Stiftungserträgen. Die zusätzliche Hilfe für den „Schutz- und Spielraum“ wurde durch eine Sonderspende von IKEA Deutschland möglich. Weitere Unterstützung bekommt das Projekt vom IKEA Einrichtungshaus Berlin-Tempelhof: Die Interieur Designerin Jante Locher half bei der Planung der kindgerechten Räume, das Einrichtungshaus spendete Möbel und IKEA Mitarbeiter halfen beim Aufbau. Alle 50 IKEA Einrichtungshäuser in Deutschland haben in ihren jeweiligen Regionen bereits lokale Projekte für Flüchtlinge unterstützt, bundesweit mehr als 460.

https://www.ikea-unternehmensblog.de/article/2016/pilotprojekt-kinderfreundlichen-raum