Human Rights Day 2017: Unsere Mitarbeiter erzählen ihre Geschichten

Am 10. Dezember feiern wir den Tag der Menschenrechte. Dieser Gedenktag erinnert an den Tag im Dezember 1948, an dem die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet hat. Diese Erklärung, die aus 30 Artikeln besteht, schreibt seit diesem Tag die Würde und die absoluten Rechte aller Menschen auf Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt fest.

Ikea Martin Paul Kalibbala 1 Martin Paul Kalibbala, Mitarbeiter Verkauf im Einrichtungshaus Augsburg

Bei IKEA sind wir der Meinung, dass jeder Mensch etwas Wertvolles und Einzigartiges zu bieten hat. Für unsere tägliche Zusammenarbeit im IKEA Konzern existiert deshalb eine Leitlinie (IKEA Group Policy on Human Rights and Equality) und ein Umsetzungsstandard (IKEA Group Standard on Equality). Beide ermöglichen es uns, ganz deutlich Stellung zu nehmen und unser Engagement für Menschenrechte und Gleichberechtigung als werteorientiertes Unternehmen zu bekräftigen.

Zu diesem Engagement gehört es auch, dass wir es bei IKEA als unsere Pflicht verstehen, internationalen Flüchtlingen Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu eröffnen. Den Tag der Menschenrechte möchten wir deshalb nutzen, um einige persönliche Geschichten unserer Mitarbeiter vorzustellen, die uns mit in ihren Arbeitsalltag nehmen und von ihrem Weg zu IKEA erzählen. 

Ikea Daniel Nganno 1

„Endlich richtig angekommen“

Daniel Nganno, Mitarbeiter Facility Management bei IKEA Köln-Butzweilerhof

Daniel Nganno ist bereits seit 2007 festes Mitglied des Logistik-Teams im Einrichtungshaus Köln-Butzweilerhof. 1998 kam er aus Kamerun nach Deutschland und seine ersten Jahre hier waren erst einmal geprägt von langen Phasen des Wartens und der Ungewissheit. Die Bearbeitung seines Asylantrages ließ mehrere Jahre auf sich warten und er hatte in dieser Zeit aufgrund seiner fehlenden Arbeitserlaubnis weder die Möglichkeit zu arbeiten noch einen offiziellen Sprachkurs zu belegen. „Ich kann heute sagen, dass diese Jahre pure Verschwendung waren. Keine Arbeit, kein Geld, keine Bildungsmöglichkeiten“, erzählt Daniel. Erst als er seine heutige Frau Melanie kennenlernte, nahm seine Situation eine positive Wendung: Durch ihre Unterstützung erreichten die beiden, dass Daniel eine Arbeitserlaubnis erhielt und nach langem bürokratischen Aufwand endlich auch der Asylantrag genehmigt wurde. Melanie war es damals auch, die Daniel auf IKEA als potenziellen Arbeitsgeber aufmerksam machte. „Im Internet klickten Melanie und ich uns durch die Einstiegsmöglichkeiten und die Schwerpunkte der Firmenphilosophie und wurden dabei von Minute zu Minute enthusiastischer. Alles passte wirklich hervorragend und wir wussten beide direkt, dass es genau das Richtige war“ so Daniel. Daniel bewarb sich und konnte bereits einen Monat später seine Stelle als Logistik-Mitarbeiter bei IKEA beginnen. „Nun bin ich bereits seit 10 Jahren bei IKEA und einfach nur glücklich, dass ich damals nach so vielen Jahren der Ungewissheit endlich angekommen bin“, sagt Daniel. 

Seitdem hat sich auch innerhalb von IKEA so einiges getan: Nachdem Daniel in der Logistik 2010 die Aufgaben des Sicherheitsbeauftragten übernommen hatte, wurde ihm 2012 angeboten, auch die Qualifizierung zum Brandschutzbeauftragten zu absolvieren. "Dieses Angebot nahm ich sehr gerne wahr und freute mich sehr über die Möglichkeit", so Daniel. Im Januar 2016 ist er dann in den Bereich Facility Management gewechselt. Neben der typischen Arbeit in seinem Bereich ist er außerdem für die Sicherheitsschulungen zuständig und organisiert Ersthelfer- und Brandschutzschulungen. "Ich bin IKEA wahnsinnig dankbar, diese Möglichkeiten bekommen zu haben, und gespannt, was ich noch alles lernen darf!", sagt Daniel.

Usman Und Mohamed Mohamed Drame & Muhamed Usman Asghar Sufdar-Hussain (v. l. n. r.)

„Großer Zusammenhalt im Einrichtungshaus“ 

Muhamed Usman Asghar Sufdar-Hussain & Mohamed Drame, Einrichtungshaus IKEA Großburgwedel

Usman aus Pakistan und Mohamed von der Elfenbeinküste absolvieren zurzeit ein Einstiegsqualifizierungsjahr (EQJ) im Einrichtungshaus Großburgwedel. Dieses spezielle Programm der Agentur für Arbeit dient vor allem der Berufsorientierung für Jugendliche. Die beiden Kollegen leben bereits seit 2015 in Deutschland und haben IKEA durch ein mehrwöchiges Praktikum kennengelernt, welches von der Agentur für Arbeit angeboten wurde. Schnell war klar, dass Usman gerne in den Logistikbereich möchte und Mohamed sich bei IKEA Food sehr wohl fühlt. Das EQJ läuft noch bis Juni 2018 und dann gibt es die Möglichkeit, die beiden in das erste oder das zweite Ausbildungsjahr ihrer Wahlausbildungsberufe zu übernehmen. “Wir möchten beiden auf jeden Fall ab Sommer 2018 die Berufsausbildung ermöglichen. Von Beginn an haben beide Kollegen großes Engagement und Lust an ihrer neuen Arbeit gezeigt – unsere größte Hürde bisher war eher die Sprache. In der Praxis hier bei IKEA bekommen wir das alles sehr gut hin. Schwieriger ist es für die beiden eher mit der Sprache in der Berufsschule“, so Frederike Dittgen, HR-Managerin des Einrichtungshauses. Doch hier arbeiten alle Hand in Hand: Jeden Montag üben die beiden Kollegen Dunja Bolzek (IKEA Food Managerin) und Alexander Persson (Teamleiter Logistik) Deutsch mit Usman und Muhamed und unterstützen sie in ihrer Arbeit für die Berufsschule. Die Idee für den selbstorganisierten Montagskurs hatte Dunja: „So etwas kann nur funktionieren, wenn wir uns engagieren und Unterstützung anbieten und uns macht das hier wirklich große Freude“. Die Entscheidung, ob Usman und Mohamed in Deutschland bleiben dürfen, ist noch nicht gefallen, aber solange machen die Kollegen in Großburgwedel weiter wie bisher – mit einer großen Portion Zusammenhalt.

Im Februar 2017 haben wir auf dem Blog über Gilan und Sheiren berichtet, die ebenfalls ein EQJ im Einrichtungshaus in Saarlouis absolvierten. Beide konnten im August 2017 direkt in das zweite Berufsausbildungsjahr übernommen werden.  

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„Sprachkenntnisse im täglichen Kundenkontakt verbessern“ 

Martin Paul Kalibbala, Mitarbeiter Verkauf im Einrichtungshaus Augsburg

Martin, der 2014 aus Uganda nach Deutschland kam, bewarb sich Anfang 2017 auf eine Stelle im Logistikbereich. Er arbeitete zuvor in einer Brauerei und wurde während eines Einkaufs bei IKEA durch eine Lautsprecherdurchsage darauf aufmerksam, dass IKEA auf der Suche nach neuen Kollegen war. Er ging bei seiner Bewerbung davon aus, dass seine Deutschkenntnisse für eine Stelle im Verkauf nicht ausreichen würden. Im Bewerbungsgespräch stellte sich dann jedoch heraus, dass die Kollegen ihn aufgrund seiner kommunikativen und offenen Art sehr gerne auch im Bereich Verkauf einsetzen würden. „Mich hat das sehr gefreut, da ich sehr gerne auf andere Menschen zugehe und ihnen weiterhelfe - und so kann ich meine Sprachkenntnisse im täglichen Kundenkontakt immer weiter verbessern“, so Martin. Seit Juni 2017 ist Martin nun im Verkauf tätig und hat bereits weitere Pläne für die Zukunft geschmiedet: „In Uganda habe ich Maschinenbau studiert und gerne möchte ich auch hier in Deutschland wieder ein Studium aufnehmen. Wenn alles klappt, werde ich deshalb ab Oktober 2018 berufsbegleitend Fachinformatik an der Fachhochschule studieren“. 

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