Wir stellen vor – Sarina bloggt!

Salar De Uyuni – Isla Incahuasi, Bolivien

Bloggen macht Spaß – das finden nicht nur wir, sondern auch unsere IKEA Mitarbeiter. In unserer Reihe der privaten Blogs stellen wir heute Sarina und ihren Reiseblog "Fräulein Weitweitweg" vor. Sarina arbeitet bei IKEA in der Abteilung "Communication & Interior Design" im Einrichtungshaus in Mannheim. In ihrem Blog erzählt sie von ihren Abenteuern, die sie außerhalb der Arbeitszeit erlebt. So oft sie kann, bereist sie fremde Länder und lernt neue Kulturen und Menschen kennen. Die kürzeste aber aufregendste Reise ist schon wieder in Planung, aber lest selbst...

Sarina begibt sich auf Reisen. Sarina begibt sich auf Reisen.

Kannst du uns zuerst kurz was über dich erzählen, was du bei IKEA genau machst?

Ich arbeite seit acht Jahren bei IKEA. Wenn ich anderen erzähle was ich dort mache, dann ist die Reaktion meistens: „Ah, du sorgst dafür, dass ich mehr kaufe, als ich eigentlich will.“ Und das trifft es tatsächlich ganz gut, denn gemeinsam mit meinen Kollegen bin ich für die Präsentation unserer Produkte verantwortlich. Wir schaffen im gesamten Einrichtungshaus inspirierende Lösungen, sind dafür zuständig, wie der Kunde durch die einzelnen Abteilungen geleitet wird und wo er mit welchem Sortiment in Berührung kommt – und wenn wir unseren Job gut machen, dann landet am Ende wirklich mehr in den Einkaufswagen unserer Kunden.

Salar De Uyuni Isla Incahuasi1 Bolivien Salar De Uyuni – Isla Incahuasi, Bolivien

Wie kam es zu deinem Blog mit dem Fokus auf Reisen? 

Mein Blog ist das Ergebnis vieler verschiedener Gründe. Ich liebe die Fotografie und schreibe schon lange. Meine Bewerbung für IKEA habe ich damals zum Beispiel als Gedicht verfasst. Ich mag es einfach, mit Wörtern zu spielen und meine Gedanken in einen schönen Kontext zu setzen. Gerade beim Reisen habe ich gemerkt, dass es unheimlich gut tut, die ganzen Eindrücke zu sortieren und nieder zu schreiben. Je nachdem wie lange und wo ich bin, kommt da einiges zusammen, was auf mich einprasselt und verarbeitet werden möchte. Das hilft mir und gleichzeitig habe ich hinterher eine schöne Erinnerung an meine Abenteuer. Ursprünglich hatte ich nicht vor, öffentlich zu schreiben. Der Blog entstand in erster Linie für meine Familie und Freunde, um sie auf meiner dreimonatigen Rucksack-Reise durch Chile auf dem Laufenden zu halten. Gerade meine gehörlose Mutter, mit der ich eben nicht telefonieren kann, war sehr besorgt und hatte so die Möglichkeit, mich in der Ferne zu begleiten. Und weil die Rückmeldung zu meinen Texten und Fotos so positiv war, habe ich beschlossen, weiter zu schreiben und andere damit zu ermutigen, sich die weite Welt anzuschauen.

Fotoblog1 Angelmo Fischmarkt Puerto Montt Angelmo Fischmarkt Puerto Montt

Wie schaffst du es, deine Leidenschaft fremde Länder zu erkunden mit einem Vollzeitjob zu kombinieren?

Das ist tatsächlich manchmal nicht so einfach. Meine Liste mit Reisezielen wird immer länger und wenn es nach mir ginge, wäre ich noch öfter unterwegs. Es gibt einfach viel zu viele schöne Orte auf der Welt, die darauf warten, entdeckt zu werden. Aber die Anzahl meiner Urlaubstage und der Geldbeutel bremsen mich zum Glück. Denn Reisen ist auch anstrengend und manchmal komme ich von einer Reise zurück und bräuchte erstmal ein paar Tage um runterzukommen – Urlaub vom Urlaub sozusagen.


Was bewegt dich dazu, immer wieder in ein Flugzeug, zu steigen und dich auf die Reise zu begeben?

Die Hummeln in meinem Hintern. Manchmal, wenn ich weit weg von Zuhause bin, und alles schief geht oder ich Heimweh habe, dann frage ich mich: Warum tust du dir das an? In den Momenten nehme ich mir fest vor, erstmal nicht mehr zu Reisen, die Komfortzone zu Hause zu genießen und im gewohnten Umfeld zu bleiben. Aber zurück zu Hause ist das alles schnell wieder vergessen. Ich bin zu neugierig, zu hungrig nach tollen Landschaften und anderen Kulturen und dem Gefühl, in einem Bus am anderen Ende der Welt zu sitzen. Ich liebe es Menschen zu treffen, die spannende Geschichten zu erzählen haben, weil sie in ihrem Heimatland ein ganz anderes Leben führen als ich oder gerade auf Weltreise sind und in den letzten eineinhalb Jahren aus dem Rucksack gelebt haben.

Patagonien – Torres Del Paine, Chile Torres Del Paine – Patagonien, Chile Eisklettern Island 2017 Eisklettern in Island

Welches Land und welche Kultur hat dich bisher am meisten berührt und warum?

Jedes Land hat etwas ganz Spezielles, aber am meisten berührt hat mich meine Reise nach Chile. Diese Herzlichkeit der Einheimischen Fremden gegenüber habe ich so noch nie erlebt und fehlt mir zurück in Deutschland nun etwas. Der Taxifahrer, der mich nach meinem 35-stündigen Hinflug zum Hostel bringen sollte, hat mich begrüßt, als würden wir uns schon Ewigkeiten kennen. Ich war so überrascht und gleichzeitig froh, so willkommen geheißen zu werden – insbesondere von jemandem, der eigentlich nur seinen Job macht. Das war meine erste Begegnung mit den Chilenen und sie wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Während meiner Reise habe ich außerdem einen sechswöchigen Freiwilligendienst mit sozialbenachteiligten Kinder gemacht. Trotz der teilweise verstörenden Geschichten waren die Kleinen und ihre Eltern so liebevoll, herzlich und dankbar, dass es mir wirklich schwer gefallen ist, sie zu verlassen. Da konnte ich mir die ein oder andere Abschiedsträne nicht verkneifen.



Was war dein aufregendstes Erlebnis auf Reisen?

Das ist eine schwierige Frage! Spontan fällt mir der Ausflug auf den Vatnajökull-Gletscher in Island ein. Er ist mit seinen 8.100 Quadratmetern der größte Europas. Ich habe hier eine geführte Eiskletter-Tour gemacht, das war wirklich aufregend. Nach einem ersten Probelauf mit moderater Steigung wurde ich mit Eispickeln und Steigeisen bewaffnet in eine Gletscherspalte abgeseilt und musste mir aus eigener Kraft den Weg nach oben erarbeiten. Ich hing also zwischen den Meter tiefen und glasklaren Eisschichten, völlig auf mich alleine gestellt, weil ich den Guide weder sehen noch hören konnte. Irgendwann verließ mich die Kraft, ich rutschte ab und fiel etwa einen Meter in die Tiefe. Unser Guide war gerade mit der Gruppe am Scherzen und hatte nicht schnell genug das Seil nachgezogen. Mir ist natürlich nichts passiert, ich war ja gesichert, erschrocken habe ich mich trotzdem ganz schön. 


Italien 2016 Italien

Beeinflussen die Reisen in fremde Ländern deinem Alltag?

Auf jeden Fall. Gerade auf Reisen in ärmere Länder oder Regionen wird mir immer wieder bewusst, dass man oft auf sehr hohem Niveau meckert. Man schätzt das was man hat plötzlich viel mehr. Ein ordentliches Dach über dem Kopf und warmes Wasser ist für uns selbstverständlich, bis man sieht, wie andere leben müssen und trotzdem dankbar sind. Daran denke ich oft und versuche das auch anderen mitzugeben.



Du sagst selbst, dass dein Blog über das Reisen und Träumen berichtet, wovon träumst du?

Ich erwische mich immer wieder dabei, dass ich irgendwo in Gedanken versinke und vor mich hin träume. Meistens sind es aber keine materiellen Dinge, sondern eher schöne Momente oder Ereignisse, die mich glücklich machen. Ich träume also von gemütlichen Sommerabenden auf unserem Balkon, von nicht enden wollenden Konzerten, Festivals mit guter Musik und lieben Menschen. Aber auch von einem süßen kleinen Haus irgendwo im Grünen mit viel Platz um kreativ zu sein und sich auszutoben. Oder von Tagen mit mehr als 24 Stunden, um noch mehr Zeit für die vielen schönen Dinge zu haben, die auf meiner To-Do-Liste stehen. Gleichzeitig aber auch von mehr langweiligen Couch-Tagen. Und natürlich von vielen weiteren spannenden Reisen.

Empanada Empanada aus Chile

Verrätst du uns ein Rezept, das du bei deinem Chilenisch Kochkurs gelernt hast?

Empanadas! Das sind Teigtaschen, die es mit ganz unterschiedlichen Füllungen gibt. Zweimal habe ich sie bereits versucht zu backen und beide Male ist irgendetwas schief gegangen, obwohl es eigentlich so einfach ist: 2 Tassen Mehl, 1 Eigelb, 1 Teelöffel Salz in 2/3 Tasse Weißwein aufgelöst und 2 Esslöffel Olivenöl zu einem Teig verkneten. Daraus rollt man dann ca. 20 Zentimeter große Kreise aus, belegt eine Hälfte mit der Wunschfüllung, klappt die Teigtasche in der Mitte zusammen, schließt sie und bestreicht sie  mit etwas Eigelb. Das Ganze kommt dann in den vorgeheizten Ofen und wird bei mittlerer Hitze gebacken, bis die Oberfläche goldbraun ist. Die traditionelle Empanada de pino ist mit Hackfleisch, Ei und einer Olive gefüllt, der Fantasie sind allerdings keine Grenzen gesetzt. Ich war in einer Empanaderia, in der es über 80 verschiedene Varianten gab, da war von vegetarisch bis Fisch und Fleisch alles dabei.

Welche drei Tipps gibst du unseren Lesern mit für die nächste Reise?

Mutig sein, sich auf Land und Leute einlassen und so herausfinden, wo die Einheimischen ihre Freizeit verbringen. Denn so erlebt man das, was in keinem Reiseführer steht und entdeckt Orte, bei denen man nicht das Gefühl hat, sie schon zu hundertfach bei Instagram gesehen zu haben. 

Schweden 2014 Schweden

Ist die nächste Reise schon geplant?

Ja – ich heirate im Juli an der Nordseeküste. Das wird zwar nur eine kurze aber dafür sehr aufregende Reise. Die Flitterwochen, die wir dann 2019 machen, werden das nächstes großes Abenteuer. Wohin es uns verschlägt wissen wir noch nicht, aber Asien ist hoch im Kurs.

Welche Frage hätten wir dir noch stellen müssen? Vielleicht etwas zu Schweden? 

Schweden, ohja. 2014 haben mein Freund und ich – auch er arbeitet bei IKEA – das Klischee des IKEA-Mitarbeiters erfüllt und sind mit dem Wohnmobil durch Südschweden gereist. In dieser Zeit habe ich die Liebe zur Natur entdeckt und festgestellt, dass mich das Reisen abseits der typischen Touristenspots glücklicher macht, als Großstädte zu besuchen oder tagelang am völlig überfüllten Strand einer All-Inklusive-Anlage zu liegen. Sehr zur Belustigung unserer Freunde mussten wir natürlich auch bei verschiedenen IKEA Einrichtungshäusern und einer Ausstellung in Älmhult – der Geburtsstadt von Ingvar Kamprad – stoppen. Schweden ist toll und auch als Nicht-IKEA-Mitarbeiter auf jeden Fall eine Reise wert, gerade, wenn man nicht unbedingt weit fliegen möchte. Und der Camper ist ein Muss, denn es gibt keine bessere Art und Weise, dieses schöne Land zu erleben.