Der erste IKEA Hackathon

„Nur das Genie beherrscht das Chaos“ – mit diesem Zitat von Albert Einstein beruhige ich mich selbst hin und wieder, wenn ich mal wieder den Kampf gegen die Unordnung verloren habe. Mein Freund sagt, am schlimmsten sind die in der ganzen Wohnung verteilten Haargummis (obwohl ich jetzt gerade gehört habe, dass das wohl einfach nur eine andere Art der Reviermarkierung ist). Genau um diesen Kampf ging es beim ersten Life at Home Hackathon, an dem auch zwei Teilnehmer aus Deutschland teilgenommen haben.  

Ende Februar trafen 12 Produktentwickler und Designer mit rund 20 internationalen Journalisten zusammen, um die Ergebnisse des Life at Home Reports 2017 zu nutzen, neue Ideen für den Kampf gegen die Unordnung zu Hause zu sammeln.

„Wir wollten zeigen, wie wir Produkte entwickeln, die das Leben der Menschen besser machen. Beim Life at Home Hackathon haben wir die Möglichkeit, einen einmaligen Blick hinter die Kulissen der Produktentwicklung zu gewähren und Vertrauen sowie Verständnis dafür aufzubauen, was wir mit ,einen besseren Alltag für die vielen Menschen schaffen‘ meinen“, sagt Kristofer Adsegård, Product Developer Bedroom & Bathroom von IKEA of Sweden.

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Wie beeinflusst unser Leben zu Hause die Produktentwicklung bei IKEA?

Auch er selbst war Teilnehmer des Hackathons, der bei IKEA of Sweden in Älmhult stattfand. Bei der Veranstaltung diskutierten mehr als 20 Journalisten in einem gemeinsamen Workshop mit Produktentwicklern und Designern von IKEA die Ergebnisse des Life at Home Reports aus dem vergangenen Jahr. Der Schwerpunkt lag dabei auf dem Kapitel „Mythos Minimalismus“. Der Workshop sollte Ideen hervorbringen, wie man den Menschen im alltäglichen Zusammenleben helfen kann, mit unterschiedlichen Auffassungen von Ordnung klar zukommen. Auch die Frage, wie eine eigene Haltung zum gesellschaftlichen Trend des Minimalismus gefunden werden kann, wurde diskutiert.

„Wir wollen mit dieser Veranstaltung zeigen, wie unsere Studie zum Leben zu Hause die Produktentwicklung beeinflusst, und weltweit einen Dialog über das Leben zu Hause in Gang bringen. Wir möchten aufzeigen, wie wir neue Erkenntnisse für die Ideenfindung und Entwicklung unserer Produkte nutzen und wollen einen menschlichen und transparenten Einblick in unsere Arbeit geben“, sagt Annika Mohlin, Projektleiterin des Life at Home Reports der IKEA Group.

„Uns bietet sich durch den Hackathon die einmalige Gelegenheit, zusammen mit Menschen aus aller Welt neue Produkte zu entwickeln, neue Bedarfe zu ermitteln und Wege zu finden, sie zu erfüllen. Wir hoffen, dass unsere Besucher die große Begeisterung und Genugtuung erleben konnten, die mit den Schaffungen bedeutungsvoller Produkte in einem eingeschworenen Team verbunden ist“, sagt Kristoffer.

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Wir haben im Nachgang unsere Teilnehmer gefragt, wie es ihnen gefallen hat

NB: Zwei Tage im eisig kalten Älmhult auf den Spuren des Life at Home Reports. Wie fandet ihr das Event, was war euer persönliches Highlight?

Couch: Für mich war das Highlight, solch tiefe Einblicke in den Arbeitsalltag bei IKEA in Schweden zu bekommen und beim Hackathon live zu erleben, wie der Designprozess in etwa abläuft. Auch das IKEA Test Lab, in dem wirklich jedes Produkt erst auf Herz und Nieren geprüft wird bevor es in die Herstellung kommt, und das wir im Anschluss noch besuchen durften, fand ich sehr faszinierend.

Craftifair: Es war wirklich sehr spannend, hinter die Kulissen eines so großen Unternehmens zu schauen und die Menschen hautnah bei ihrer Arbeit zu sehen. Allgemein nehme ich von dem Event einen viel besseren Eindruck von IKEA als Unternehmen mit. Als „normaler Kunde" bekommt man ja kaum etwas von all dem, was IKEA macht, mit. Mir war zum Beispiel überhaupt nicht bewusst, dass IKEA sich so sehr für Nachhaltigkeit einsetzt und viel dafür investiert.

NB: Im Großen und Ganzen ging es um den Life at Home Report, was konntet ihr darüber mitnehmen?

Craftifair: Ich habe vor dem Besuch bei IKEA in Älmhult nicht erwartet, dass IKEA so nah mit den Menschen agiert. Der Report hat mich gelehrt, wie wichtig es für ein Unternehmen ist, auf die Menschen und ihre Bedürfnisse zu hören. Außerdem war es spannend zu erfahren, wie unterschiedlich und gleichzeitig doch ähnlich die Bedürfnisse und Gewohnheiten der Menschen aus verschiedenen Ländern sind.

Couch: Auch mir war vorher nicht bewusst, wie eng der Lift at Home Report wirklich beim Produktdesign einbezogen wird, dass er quasi eine wichtige Grundlage für den Entwurf neuer Produkte ist und alle Designer damit arbeiten. Außerdem zeigt er deutlich die Neugier von IKEA und das Interesse daran, herauszufinden wie die Menschen heute wohnen, bevor neue Produkte auf den Markt gebracht werden.  

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Die wichtigsten Fakten rund um den IKEA LIFE AT HOME REPORT 2017

Der Life at Home Report 2017 enthüllt die täglichen Kämpfe und Frustrationen, die uns alle vereinen, ganz egal, wo wir leben und in welcher Phase unseres Lebens wir uns gerade befinden. 

Mehr als 22.000 Personen in 22 Ländern wirkten an der globalen Studie mit und machten sie zum bisher größten Life at Home Forschungsprojekt von IKEA.

Der diesjährige Report spiegelt ein ehrliches Abbild der Alltagsprobleme von Menschen aus aller Welt wieder, die täglich versuchen, ein besseres Leben zu Hause für sich und ihre Familien zu schaffen.

Der IKEA Life at Home Report 2017 deckt fünf wichtige Spannungsfelder des Lebens zu Hause auf:

  • „Der Mythos des Minimalismus“: Warum wir eher Prioritäten setzen als minimalistisch leben
  • „Ich brauche meine Privatsphäre“: Wie wir Privatsphäre und das Recht auf persönliche Dinge in einem gemeinsamen Zuhause aushandeln
  • „Ist jemand zu Hause?“: Die Suche nach geistiger Präsenz in unserem privaten Raum
  • „(Nicht) verbunden: Technologie im Zuhause“: Eine gesunde Balance finden
  • „Das bewusst unfertige Zuhause“: Wie gestaltet man ein Zuhause für ein Leben, das sich ständig verändert