Ein Trend in Blau-Gelb – IKEA und „Hacking“

Seit etwa zehn Jahren gibt es „IKEA Hacking“. IKEA und Hacking? Der Trend kommt nicht aus der Computerszene, wie man vermuten könnte. Dort ist ein Hacker jemand, der nächtelang vor seinem Computerbildschirm klebt, mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze in der Chipstüte wühlt und seine Zeit damit verbringt, Computersysteme zu knacken. Das ist zumindest ein gern gewähltes Klischee aus Film und Fernsehen, hat aber wenig mit IKEA Hacking zu tun. Denn hier geht es darum, IKEA Produkte von ihrem ursprünglichen Zweck abzuwandeln. Und so kann ein IKEA Hacker ein Künstler oder Handwerker sein, ein IKEA Fan oder ein Kunde, der die Aufbau-Anleitung einfach falsch verstanden hat. ;-) Das Internet ist voller Beispiele dafür, wie wandlungsfähig so ein Möbelstück ist. Da entsteht aus dem IKEA Hocker FROSTA ein Laufrad. Oder aus zwei KALLAX Regalen wird ein Familienbett gezimmert – Marke: Eigenbau.

Ikea Hack Tisch

IKEA als Inspirationsquelle für Hacker

Dass gerade IKEA Möbel als Inspirationsquelle dienen, liegt wohl am Baukastenprinzip der Möbelpakete: Die Produkte liegen bereits in ihren Einzelteilen vor. Und so kommen Hobby-Schrauber beim Aufbau schon mal auf andere Ideen. Auch lädt die Möbelausstellung in den Einrichtungshäusern dazu ein, sich die IKEA Produkte in verschiedenen Wohnsituationen und Kombinationen vorzustellen. Sie unterstützt dabei, sich auszumalen, wie man die Möbel an das eigene Zuhause anpassen kann. Und schließlich wären da noch die IKEA Fans: Denn es geht nicht um irgendeinen Möbelverkäufer – mit IKEA verbinden viele ein Lebensgefühl. Auch das IKEA Museum in Älmhult greift die Bewegung auf, und zwar in der Ausstellung „IKEA Hacked: Unsere Produkte. Eure Ideen.“ Die dort ausgestellten Möbel und Wohnaccessoires wurden extra fürs Hacking entwickelt, sodass von ihnen keine Gefahr für die Besucher ausgeht.

Ikea Hacked Dirndl Omar

Eine Tüte für alle Ideen 

Ein besonders erfolgreicher Hacking-Trend dreht sich um die IKEA Tasche FRAKTA. Mit der Kennzeichnung #frakta hat sie es in sozialen Netzwerken weit gebracht. Charakteristisch für den FRAKTA Hack: Nicht irgendeine Plastiktüte wird verwendet, sondern der IKEA Schriftzug oder zumindest Blau-Gelb ist unverkennbar zu sehen. Und so dient die Tasche als Ausgangsmaterial für Handyhülle, Turnschuhe und Regenstiefel, Rucksack oder Kissen, Dirndl oder Mütze, Faschingskostüm oder Badehose – um nur einige Beispiele zu nennen.

Sicherheit geht vor!

Aber was, wenn die zum Teelicht umfunktionierte Vase nicht feuerfest ist, das KALLAX Bett zusammenkracht, weil die Regale für diese Art der Belastung nicht hergestellt wurden, oder sich gar ein Kind an der Schaukel aus der FRAKTA Tüte verletzt? So sehr sich das Unternehmen über die Liebeserklärungen an die Produkte von Menschen aus der ganzen Welt freut – IKEA möchte gewährleisten, dass die Verkaufsware sicher ist und Kunden der Marke immer vertrauen können. Alle Produkte in den Einrichtungshäusern sind für diejenige Verwendung getestet, die in der Aufbauanleitung gezeigt wird. Dafür zieht das Unternehmen externe Sachverständige oder Prüfungsinstitute hinzu. Wenn es sich um einen Hack handelt, gibt es keine Garantie für die Qualität und Sicherheit – Vorsicht ist daher ganz besonders bei Produkten für Kinder geboten und auch solchen, bei denen Strom, Gas oder Feuer zum Einsatz kommt und eine Verletzungsgefahr besteht. Das ist der Grund, warum IKEA den Trend zwar verfolgt, selbst aber darauf verzichtet, zu IKEA Hacks zu inspirieren.