IKEA Studie fragt: Wie sauber ist unsere Luft?

Luftverschmutzung. Für mich bisher ein Thema, das zwar immer irgendwie präsent, aber einfach nicht greifbar war – im wahrsten Sinne des Wortes. Als ich die Ergebnisse der neusten IKEA Studie dazu sah, wurde mir schlagartig bewusst: Luftverschmutzung ist ein globales Problem, auf das Menschen aufmerksam gemacht werden müssen. Auch in Deutschland, besser gesagt, direkt vor meiner Haustür: Denn die Ergebnisse für Deutschland wurden in Frankfurt am Main erhoben, wo ich seit einigen Jahre arbeite.

Auch IKEA liegt es am Herzen, dass das Bewusstsein für die Sauberkeit der Luft geschärft wird, deshalb wurde die „Clean Air“ Umfrage durchgeführt. Um einen möglichst guten Querschnitt durch drei Kontinente und Haushalte zu erhalten, wurden Menschen in sieben Ländern befragt, neben Deutschland in Polen, Italien, Großbritannien, den USA, Indien und China. Für diese qualitative Studie wurden 42 Menschen interviewt, je drei pro Land erhielten außerdem tragbare Luftverschmutzungssensoren, die die Kohlenmonoxidkonzentration in der Luft analysierten. Neben den Probanden wurden 18 Wissenschaftler und Experten befragt und gaben Tipps, wie wir in Zukunft saubere Luft für alle ermöglichen können. 

Ikea Cd Clean Air Thumb In der qualitativen Studie wurden die Teilnehmer mit tragbaren Luftverschmutzungssensoren ausgerüstet. Der Sensor kann nicht alle Schadstoffe in Innenräumen oder Außenbereichen messen, gibt aber Aufschluss über die Kohlenmonoxidkonzentration in der Luft.

Die Information, die mich am meisten schockierte: Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben mehr Menschen durch Luftverschmutzung in Gebäuden als im Freien. Mit meinem Unwissen stehe ich nicht allein da: Die von IKEA durchgeführte „Clean Air“ Studie zeigt, dass Menschen weltweit die Gefahr von Luftverschmutzung in ihren eigenen vier Wänden unterschätzen. Umso wichtiger ist es, dass die Aufmerksamkeit auf das Problem gelenkt wird, denn: Jeder achte Mensch weltweit stirbt an den Folgen von Luftverschmutzung (WHO).

Air Pollutant Measurer Clean Air Survey Die Daten der tragbaren Luftverschmutzungssenoren wurden über Bluetooth in Echtzeit an eine App auf dem Smartphone übermittelt.

Doch welche Schadstoffe finden sich überhaupt in der Luft? Sowohl zu Hause als auch im Freien gibt es feinste Staubpartikel, die besonders gefährlich sind, da weder Nase noch Lunge, nicht einmal Gesichtsmasken sie herausfiltern können. In Ländern, in denen auch innen noch mit offener Flamme gekocht wird, entsteht Qualm, der die Lugen reizt. Auch flüchtige organische Verbindungen finden sich wohl in jedem Haushalt, denn sie sind in vielen Reinigungssprays, Deos oder Farbe enthalten. In der Außenluft finden sich mit Ozon und Schwefeldioxid Schadstoffe, die für Menschen gefährlich werden können. Interessante weitere Informationen zu den einzelnen Schadstoffen in Räumen und im Freien haben wir hier für euch zusammengestellt.  

Px000352 Schon in den 60er Jahren stieg die Zahl der Menschen die ein Auto besaßen enorm an.

Auch wenn Luftverschmutzung kein weltweit gleichmäßig verteiltes Phänomen und Deutschland eines der führenden Länder im Bereich der grünen Infrastruktur ist, gibt es auch hierzulande fast so viele vorzeitige Todesfälle pro Kopf durch Luftverschmutzung wie beispielsweise in Italien. Die deutschen Teilnehmer der Studie zeigen vor allem gegenüber Medien und Regierung Skepsis, ob diese das Thema angemessen angehen. Der größte „Luftverschmutzer“ hierzulande ist die Automobilindustrie – sie trägt dazu bei, dass die Stickstoffoxidgrenzen der Europäischen Union auf deutschen Straßen regelmäßig überschritten werden.

Doch was können wir tun? Das größere Bewusstsein über die akute Luftverschmutzung ist ein erster Schritt, um gemeinsam mehr darauf zu achten, wie wir unseren Planeten weniger mit Schadstoffen belasten. Kleine Tipps, die wir sofort umsetzen können: Zimmerpflanzen anschaffen, die Gase absorbieren, wie Einblatt-Pflanzen, die es auch bei IKEA gibt. Aber auch einfach einmal einen dicken Pullover anziehen und die Heizung nicht weiter hochdrehen hilft schon, die Luftverschmutzung etwas zu reduzieren. Und gerade in einem von Autoliebhabern getriebenen Land wie Deutschland sollte jeder zweimal darüber nachdenken, ob er oder sie wirklich das benzinbetriebene Gefährt wählt oder doch auf das Rad oder öffentliche Verkehrsmittel umgreift bzw. Fahrgemeinschaften bildet. So kann jeder Einzelne dabei helfen, unsere Luft etwas weniger zu verschmutzen. 

Ikea Sladda Thumb 02 Wer öfter mal zum Fahrrad greift, spart schon große Mengen Abgase im Alltag ein.

Seit ich mich mit dieser Studie beschäftigt habe, achte ich bewusster auf meine Umgebung und denke mehr darüber nach, wie ich selbst die Luft beeinflusse – muss ich wirklich mit dem Auto Einkaufen fahren oder reicht doch das Rad? Sollte ich mal wieder die Dunstabzugshaube reinigen, damit beim Braten auch wirklich so viele Schadstoffe wie möglich abziehen? (Das habe ich tatsächlich auch direkt nach dem Lesen der Studie gemacht.) Und auch IKEA möchte einen positiven Einfluss auf Menschen und unseren Planeten haben. Deshalb unternimmt der Konzern viele verschiedene Maßnahmen, die dazu beitragen, die Luftverschmutzung zu reduzieren. Beispielsweise die Umstellung auf alternative Kraftstoffe und Elektromobilität oder die Verbannung schädlicher Chemikalien aus Produkten. Die konkreten Beispiele sowie alle Tipps findest du in unserem Faktenblatt, das hier zum Download bereitsteht. 

Die vollständige Studie wurde gemeinsam mit der Londoner Marktforschungs- und Innovationsagentur Crowd DANN durchgeführt und ist hier abrufbar.

https://www.ikea-unternehmensblog.de/article/2018/ikea-studie-luftverschmutzung