#IWD: Gleichberechtigt arbeitet es sich besser

Am 8. März wird der internationale Weltfrauentag gefeiert. Für IKEA sind gleiche Chancen für Frauen und Männer ein wichtiges Thema, das auch in den Unternehmenswerten verankert ist. Und das zeigt sich auch in Zahlen: Bei IKEA sind heute weltweit 54 Prozent der Mitarbeiter und 48 Prozent der Führungskräfte weiblich. Auch in Deutschland ist das Bild ähnlich: 46 Prozent der Managementpositionen sind von Frauen besetzt, insgesamt sind in Deutschland sogar 61 Prozent der Angestellten weiblich. Ich habe mit Mirja Viinanen, stellvertretende Geschäftsführerin IKEA Deutschland, und Franka Keßler, HR Specialist für Gender Equality, darüber gesprochen, warum Frauen bei IKEA häufiger Karriere machen als in anderen Unternehmen.

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Inwiefern ist das Thema „Gender Equality“ in der Unternehmenskultur von IKEA verankert? 

Mirja Viinanen: Wir sind ein werteorientiertes, humanistisches Unternehmen und empfinden es daher als sehr wichtig, das Thema „Gender Equality“ nicht in erster Linie als einen Businessaspekt zu sehen. Wir verstehen Chancengleichheit als ein Menschenrecht, was es ja auch ist. Darauf möchten wir aufmerksam machen und das entsprechend fördern. Wir glauben, dass es ganz essentiell ist, Frauen und Männern die gleiche Teilhabe am erfolgreichen Berufsleben und am Familienleben zu ermöglichen. Das ist auch in unseren grundsätzlichen Unternehmenswerten verankert.


Welche konkreten Vorteile sieht IKEA in der Förderung von „Gender Equality“? 

Franka Keßler: Abgesehen vom beschriebenen Werteaspekt hat das Thema natürlich auch eine Businessrelevanz. Es ist uns wichtig, unsere Kunden zu verstehen und ihre Wünsche und Bedürfnisse zu kennen, und zwar auf allen Ebenen der Entscheidung. Und da unsere Kunden nun mal sowohl männlich als auch weiblich sind, möchten wir das bei uns auch in der Unternehmensstruktur entsprechend widerspiegeln. Außerdem verfahren bei IKEA nach dem Motto „Gleichberechtigt arbeitet es sich besser“. Wir wissen, dass gemischte Teams erfolgreicher und innovativer arbeiten. Männer und Frauen haben unterschiedliche Ansätze bzgl. des Themas „Führung“ und verschiedene Herangehensweisen und Lösungsansätze bei Problemen, das möchten wir nutzen. Hier möchten wir aus der Vielfalt schöpfen.

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Es in der Unternehmenskultur zu verankern ist das eine, aber welche konkreten Taten lässt IKEA folgen?

Mirja Viinanen: Es ist explizite Aufgabe alle Führungskräfte des IKEA Konzerns, Hürden für die Gleichberechtigung der Geschlechter im von ihnen verantworteten Bereich zu ermitteln und zu beseitigen.

Außerdem haben wir im IKEA Konzern einen Gleichstellungsplan entwickelt. Dieser Plan soll systematisch dafür sorgen, dass sich unsere Haltung in Bezug auf die Gleichberechtigung der Geschlechter in allen Bereichen durchsetzt und eine inklusive Arbeitsumgebung geschaffen wird.

Wichtig zu erwähnen finde ich auch unsere Schulungsmodule, durch die das Bewusstsein unserer Mitarbeiter für unbewusste Vorurteile gegenüber verschiedenen Geschlechtern geschärft und Möglichkeiten geschaffen werden, Vorurteile abzubauen.

Nicht zuletzt ist gleiche Entlohnung eines unserer Hauptanliegen. Der IKEA Konzern setzt sich dafür ein, Gehälter unabhängig von Geschlecht, Alter und sonstigen Lebensumständen festzulegen und gleiche Entlohnung für gleiche Leistung im Job sicherzustellen. Dieses Ziel soll konzernweit bis 2020 erreicht werden.

IKEA hat global und auch in Deutschland einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Frauen in Führungspositionen. Woran liegt das? Welche Programme oder Initiativen gibt es, die Frauen fördern?

Franka Keßler: Ein erster Aspekt ist sicherlich, dass wir nach Werten, Kompetenz und Vielfalt rekrutieren – mit einer Gewichtung in dieser Reihenfolge. Das heißt es ist uns wichtiger, dass Bewerber viele unserer Unternehmenswerte teilen und sich auch danach verhalten als beispielsweise einen lückenlosen Lebenslauf zu haben oder alle der gewünschten Kompetenzen mitzubringen. Das macht es möglich, mit Bewerbern wirklich ins Gespräch zu kommen und so manch klassische Hürde für Frauen in Bewerbungsprozessen zu überwinden. Darüber hinaus fördern wir die interne Entwicklung sehr. Wir sagen immer „wechsle den Job und nicht das Unternehmen“ und ermöglichen dann nicht nur die Entwicklung in Führungspositionen, sondern auch Querentwicklung über Fachbereiche hinweg. In Weiterentwicklungsprogrammen und bei internen Rekrutierungen wird dann auch darauf geachtet, dass wir möglichst eine gleiche Anzahl von weiblichen und männlichen Kandidaten haben.

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Ein zentrales Thema im Zusammenhang mit „Gender Equality“ ist ja die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Mit welchen konkreten Maßnahmen unterstützt IKEA Deutschland denn seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Bereich? 

Franka Keßler: Eine ganz wichtige Säule ist unsere Zusammenarbeit mit dem pme Familienservice, einem externen Dienstleister, der über eine kostenlose Hotline rund um das Thema Kinderbetreuung individuell berät und vermittelt. Der Service bietet auch sogenannte „Backupcenter“, also Notfalldienste für Kinderbetreuung an. Zudem haben wir an einigen Standorten sogenannte Kita-Kooperationen gebildet. Dort finanzieren wir erweiterte, arbeitnehmerfreundliche Öffnungszeiten und halten Belegplätze für die Kinder unserer Mitarbeiter frei. Außerdem gibt es in den Sommerferien jedes Jahr die große IKEA Kinderfreizeit. Hier können bis zu 100 Mitarbeiterkinder eine Woche lang zum kleinen Preis ihre Ferien genießen. Dieses Jahr findet die Kinderfreizeit schon zum 17. Mal statt und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit.


Wie sieht es mit Erziehungsberechtigten in Sondersituationen aus, also zum Beispiel Alleinerziehende?

Franka Keßler: Ich glaube, das ist ein Thema, das in der allgemeinen Diskussion um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sehr oft übersehen wird. Alleinerziehende Mitarbeiter stehen vor einer besonderen Herausforderung und müssen sich ein ganz anderes Netzwerk schaffen, an Unterstützung, an Babysittern, an Nachmittagsbetreuung usw. Insbesondere hier bieten wir flexible Arbeitszeitmodelle an, kommen unseren Mitarbeitern entgegen und möchten sie durch den Familienservice unterstützen.

Was wäre in diesem Bereich für die Zukunft noch wünschenswert? 

Mirja Viinanen: Dort, wo es möglich ist, sollten mobiles Arbeiten, das Homeoffice und auch Job-Sharing Modelle noch stärker genutzt werden können. Wir bieten grundsätzlich bereits viele Teilzeitmodelle und in unseren unterschiedlichen Einrichtungshäusern auch ganz unterschiedliche und individuelle Lösungen an. Doch für viele Modelle ist die Akzeptanz im Handel, bei dem es natürlich viel um Präsenz geht, beschränkt. Im Vergleich zu anderen Unternehmen sehe ich uns da schon weit vorn, gerade was die individuellen Lösungen angeht. Aber es wäre mir ein Anliegen, hier noch mutiger zu werden, noch mehr auszuprobieren und voneinander zu lernen. Und dann sehe ich hier sicherlich auch das Thema „Väter“. Wir glauben, wenn es um das Thema Partnerschaftlichkeit geht und um eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie, dann geht es dabei nicht nur um Mütter in Führungspositionen und im Erwerbsleben, sondern eben auch um die Väter, die mehr Verantwortung im Familienleben übernehmen können. Dafür möchten wir noch mehr Bewusstsein schaffen. Wir liegen bei IKEA immer etwas über dem Deutschlanddurchschnitt, was Väter in Elternzeit angeht. Sowohl was die Väter betrifft, die überhaupt in Elternzeit gehen als auch hinsichtlich der Dauer, für die die Väter Elternzeit beantragen bzw. nutzen. Wir fördern dies überdurchschnittlich stark, können uns hier aber auch noch mehr vorstellen.

https://www.ikea-unternehmensblog.de/article/2018/iwd-gleichberechtigung