Möbel neu entdecken – in einer digitalen Realität

Ein Gespräch mit Christian und Rebecca vom IKEA Web & Digital Team  

Wer kennt es nicht: Im Möbelhaus sieht die Farbe der Couch frisch und modern aus und doch ist man sich nicht sicher, ob sie ins eigene Wohnzimmer passt. Habt ihr auch schon einmal gezögert, euch einen Einrichtungsgegenstand anzuschaffen, weil ihr euch einfach nicht vorstellen konntet, wie er in eurer Wohnung wirkt? Es wäre doch schön vorab sehen zu können, wie das neue Möbelstück mit dem Rest der Einrichtung harmoniert. Diese Vorstellung ist heute kein Traum mehr – sondern Realität, genauer gesagt: Virtual und Augmented Reality.

Christian Möhring betreut als Web und Digital Manager bei IKEA Deutschland die VR- und AR-Anwendungen. Christian Möhring betreut als Web und Digital Manager bei IKEA Deutschland die VR- und AR-Anwendungen. Rebecca Röhl arbeitet als Digital Marketing/Web Specialist bei IKEA Deutschland. Rebecca Röhl arbeitet als Digital Marketing/Web Specialist bei IKEA Deutschland.

Im Deutschen werden diese beiden Begriffe mit „virtueller“ und „erweiterter Realität“ übersetzt und beschreiben eine Technologie, die für den Handel und vor allem Möbelanbieter prädestiniert ist ­– davon ist Christian Möhring überzeugt. Er ist bei IKEA als Web und Digital Manager unter anderem für diese Themen zuständig. Kurz erklärt ist Virtual Reality (VR) eine computergenerierte Realität, um sich eine simulierte Welt anzuschauen. Dafür trägt der Nutzer eine VR-Brille. Mit ihr erlebt er verschiedene Sinneseindrücke und kann ganz in diese neue 3D-Welt abtauchen. Augmented Reality (AR) beschreibt hingegen die Erweiterung der tatsächlichen Wirklichkeit – so kann man beispielsweise oben beschriebenes Szenario erleben und sich Möbelstücke in der realen Welt und somit dem eigenen Wohnzimmer anzeigen lassen, zum Beispiel auf dem Smartphone oder Tablet.  

IKEA Vorreiter bei Virtual und Augmented Reality

Tatsächlich nutzt IKEA Augmented Reality auch nicht erst seit Kurzem: In der Arbeit mit dem Katalog kommt sie schon seit einigen Jahren zum Einsatz. „Doch die Technologie entwickelt sich stetig weiter – und AR wird nun richtig ‚zum Leben erweckt‘, was ein ganz neues Erlebnis für den Kunden ist. Bei IKEA zum Beispiel mit der IKEA Place App,“ erklärt Christian. „In der App sehen die Produkte nahezu echt aus und werden in den richtigen Proportionen dargestellt. Dadurch werden sie mit größter Genauigkeit im Raum positioniert.“  

Virtual Reality wird aktuell in Berlin-Lichtenberg getestet: IKEA Immerse heißt die neue IKEA VR-App, für die Kunden VR-Brillen im Einrichtungshaus ausleihen und ausprobieren können. So ist es erstmals möglich, dass Kunden selbstständig und individuell einen virtuellen Raum mit verschiedenen Farben und Produkten konfigurieren können und den Raum im Anschluss auch sehen. Rebecca Röhl, Digital Marketing/Web Specialist, gehört zu Christians Team und erklärt die Hintergründe dieses VR-Projekts: „Es ist spannend herauszufinden, wie sich die digitale Transformation in unseren Einrichtungshäusern entwickeln kann. Uns ist es sehr wichtig, dass wir unseren Kunden helfen können und sie dazu inspirieren, ihr eigenes Wohnzimmer zusammenzustellen.“

Bereits seit 2016 wird VR im Einrichtungshaus Lichtenberg getestet und gut angenommen: Durch Kundenbefragung hat IKEA herausgefunden, dass es die breite Masse interessiert – egal welchen Alters. „Wir haben eine Lösung konzipiert, die tagtäglich im Einrichtungshaus einsatzbereit ist. Viele Menschen sind dort erstmals mit VR-Technologie in Berührung gekommen – das ist spannend für uns. So sammeln wir seit Längerem Erfahrungen in diesem Bereich und bringen diese ein, wenn zum Beispiel über neue Einrichtungshaus-Konzepte nachgedacht wird. Mit diesen Erkenntnissen entwickeln wir ein Gefühl dafür, wie VR, aber auch AR, in Zukunft genutzt werden könnten,“ erzählt Christian. Generell ist es eine der großen Herausforderungen, die Anwendungen so zu konzipieren, dass sie jeder versteht – auch ohne technische Vorkenntnisse. Die IKEA VR- und AR-Lösungen sollen intuitiv und für alle Menschen zugänglich sein.  

Virtual Reality kann man im Einrichtungshaus Berlin-Lichtenberg selbst testen – andere können live mitverfolgen, was man sieht. Virtual Reality kann man im Einrichtungshaus Berlin-Lichtenberg selbst testen – andere können live mitverfolgen, was man sieht.
App Billy Configuration In der Virtual Reality App können Kunden einen Raum selbst virtuell einrichten – ganz nach ihren Wünschen. In der Virtual Reality App können Kunden einen Raum selbst virtuell einrichten – ganz nach ihren Wünschen.

Produkte und Räume sollen so echt wie möglich wirken

Christians Team in Deutschland verfolgt das Ziel, die Produkte in der VR-Anwendung so echt wie möglich wirken zu lassen, um den Kunden Inspiration und ein reales Erlebnis bieten zu können. „Wir haben viel Zeit in Stimmung, Licht, Schatten und vieles mehr investiert, um das Gefühl zu erzeugen: Ich befinde mich in einem echten Raum – trotz VR-Brille. IKEA hat schon früh angefangen Bilder aus dem Katalog durch 3D-Renderings zu ersetzen: Da fällt gar nicht auf, dass die ‚Fotos‘ im Katalog virtuell zusammengestellt wurden,“ so Christian. Diese Investition in die Infrastruktur der 3D-Daten ist aber wichtig für VR. Damit hat IKEA die Möglichkeit, ein komplett neues Einrichtungserlebnis zu schaffen, das den Kunden helfen kann, die richtigen Kaufentscheidungen zu treffen. Insgesamt bringt die Digitalisierung viele neue Herausforderungen mit sich, macht die Arbeit aber auch spannend: „So haben wir zum Beispiel mit den Communication Interior Designern zusammengearbeitet und sie in diese digitale Welt geholt, um gemeinsam einen virtuellen Raum zu planen und einzurichten. Dadurch lernt man seine Arbeitsweisen nochmals anders kennen: Von der realen zur digitalen Möbelausstellung,“ berichtet Christian.  

Rebecca ergänzt: „Ich denke, dass wir mithilfe dieser innovativen Technologie ein noch besserer Einrichtungs-Partner für unsere Kunden sein können und das Einkauferlebnis bei IKEA nachhaltig verbessern werden. So erwecken wir ihr Zuhause wirklich zum Leben!“ Auch Christian ist sich sicher: „VR und AR werden auch in Zukunft genutzt und für viele Menschen zugänglich sein. Wir erleben jetzt schon, dass die Geräte immer günstiger werden – und beobachten die Entwicklung bei Web-VR: Hier wird das Smartphone in ein einfaches VR-Brillengestell (zum Beispiel aus Pappe) eingesteckt. Das spart Kosten und ist immer zur Hand. Die Technik wird immer besser und deswegen denken wir, dass das etwas sein wird, dass auch die vielen Menschen zu Hause nutzen können und auch werden. Ich persönlich kann mir gut vorstellen, dass vor allem VR beim Einkaufserlebnis ein wichtiges Element wird. Wir haben sehr früh angefangen, uns damit zu beschäftigen, und sind auf dem deutschen Markt in einer guten Ausgangsposition. Ich freue mich auf all das, was kommt!“

Habt ihr denn schon die IKEA Place App getestet? Oder schon mal im Einrichtungshaus Berlin-Lichtenberg vorbeigeschaut? Wir freuen uns über euer Feedback!

Ikea Immerse Cover