Skandinavischer Flair für dein Zuhause – einfach umgesetzt

Wer durch Wohnmagazine und Interior-Blogs stöbert, kann schon mal ein wenig neidisch werden: Helle Räume treffen auf originelle Farbtupfer, weiße Möbel auf kolorierte Wände und Naturmaterialien laden zum Wohlfühlen ein. Alles sieht harmonisch, aufgeräumt und einladend aus. Der skandinavische Einrichtungstrend verbindet Einfachheit und Funktionalität. Doch lässt er sich genauso leicht umsetzen? Wir haben mit IKEA Interior Design Leader Konrad Pichlmeier gesprochen und erfahren, worauf es ankommt, damit der „Skandi-Look“ euer Zuhause erobert. Von den Aufräumarbeiten bis hin zum blitzschnellen Make-Over – Schritt für Schritt zieht der Norden ein.

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Ideen, um in seinem Zuhause etwas zu verändern, lauern überall – man muss nur mit offenen Augen durch die Welt gehen. Ein Besuch bei Freunden bringt zum Beispiel schnell neue Einrichtungsideen für die eigenen vier Wände mit sich. Ganz klassisch geht es über Magazine wie „the interior post“ oder „milk decoration“ oder über Instagram-Kanäle, zum Beispiel von @mdezeiner oder @designmilk. Wer Lust hat, kann über Hashtags wie #interiordesign, #inspiration, #decoration oder #skandinavianhome selbst auf die Suche nach neuen Bildern gehen. Auch der Besuch fremder Länder kann anregend wirken und neue Impulse verleihen. Ob bei einem Spaziergang durch die Gassen Kopenhagens oder bei einer Wanderung durch die skandinavische Landschaft – die Inspiration schlägt ganz automatisch zu. Ebenso beim Erkunden kleiner nordischer Hütten, Inselhäuser oder Cafés. 

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Raum zum Präsentieren schaffen

Ist die Inspiration gefunden, möchte man am liebsten sofort loslegen. Schnell Pinsel und Farbe aus dem Baumarkt besorgen und die neuen Möbelstücke schon mal online im Warenkorb vormerken – oder? Oft schwindet die anfängliche Euphorie beim Anblick des vollgestellten Wohnzimmers, der Unordnung auf dem Küchentisch und dem überquellenden Kleiderschrank. Klarheit, Funktionalität und Raum für Entfaltung? Fehlanzeige! Doch Konrad weiß, dass der erste Schritt oft der schwierigste ist und verrät seine Starter-Tipps, damit die Ernüchterung gar nicht erst aufkommt:

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Alles, was rumliegt, kommt in eine Kiste und wird für die nächste Woche in den Keller verband. Damit kommt Luft in die Wohnung und die eigentliche Einrichtung der Räume kann viel besser wirken. Während die Sachen in den Kisten lagern, fällt schnell auf, was wirklich fehlt. Diese Stücke dürfen wieder ausgepackt werden, doch solltet ihr darauf achten, diese bewusst zu platzieren bzw. zu präsentieren. Kugelschreiber und Bleistifte sehen zum Beispiel in einem Stiftebecher viel schöner aus, als kreuz und quer über den Schreibtisch verteilt. Magazine mit schönen Covern können und dürfen den Leseplatz oder das Sideboard zieren – vorausgesetzt, der Großteil landet in Zeitschriftensammlern und fügt sich unauffällig in das Gesamtbild ein. Lieblingsstücke bekommen dadurch den Auftritt, den sie verdienen.

Bei Möbeln wird es schwieriger, da diese nicht einfach in einen Karton gepackt und zur Seite geschoben werden können. Doch auch hierfür hat Konrad eine Lösung: Jedes Möbelstück, das ihr innerhalb eines Monats benutzt, wird mit einem Post-it beklebt. So wird schnell klar, welche Möbel wirklich funktional sind. Möglicherweise fällt es dann leichter, sich von den übrigen zu trennen. Diese jedoch auf keinen Fall wegwerfen! Andere Hobby-Einrichter, Möbelliebhaber und Studenten freuen sich, neue Schätze auf Ebay-Kleinanzeigen, in Flohmarkt-Apps oder natürlich auf richtigen Flohmärkten zu entdecken.

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Einrichten mit Köpfchen

Nun ist klar, welche Möbel ihr wirklich braucht und was in eurem Haus überflüssig ist. Jetzt geht es an das Gesamtkonzept, denn jedes Zimmer einzeln zu betrachten, wird kaum zu einem stimmigen Bild führen. Das Konzept richtet ihr an diesen drei Elementen aus – Materialien, Farben und Formen. Speichert eure Lieblingsblogs und Instagrambilder ab oder markiert alle Seiten, die euch in einer Wohnzeitschrift zusagen, mit Klebezetteln. Wenn ihr fertig seid, schaut ihr alle Markierungen noch einmal an und schreibt konkret auf, was euch daran gefällt. Achtet immer auf die Gesichtspunkte Form, Farbe und Material. Sicherlich werdet ihr einige Übereinstimmungen finden oder eine Farbe, die immer wieder auf eurer Liste landet. In diese Richtung sollte euer Konzept gehen.

Ikea Cb Konrad Pichlmeier Konrad Pichlmeier, Country Interior Design Leader bei IKEA Deutschland

Behaltet im Hinterkopf, dass es beim skandinavischen Stil immer um Funktionalität und Einfachheit geht. Das Ganze im Zusammenspiel mit nachhaltigen Materialien. Weiß steht oftmals im Vordergrund, wird aber durch schwarze und hölzerne Produkte abgerundet. Farbtupfer werden bewusst gesetzt, zum Beispiel durch Accessoires wie Kissen. Auch bunte Möbel oder einzelne farbige Wände können zum Hingucker werden. „Auch hier wird sich an der Natur orientiert: ein sattes Grün aus den Wäldern, ein starkes Sonnengelb oder ein tiefes Blau, wie ein schwedischer See“, beschreibt Konrad den Einsatz der Farben. Generell gilt beim „Skandi-Look“: weniger ist mehr. Wirkt der Raum zu voll, könnt ihr die Accessoires reduzieren, wirkt er zu leer, helfen Textilien in starken Farben oder in schwarz-weiß. Auch die Beleuchtung macht viel aus. Einfach mehrere Situationen mit unterschiedlich großen und hellen Lampen durchspielen.

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Ein Zimmer-Make-Over, das garantiert für den skandinavischen Stil funktioniert, sieht wie folgt aus: Wände weiß streichen und einen Teppich in schwarz-weiß mit graphischem Muster in den Raum legen. Dieser erzielt eine hohe Aufmerksamkeit und bringt schnell den gewünschten Effekt. „Holz ist hierbei auch ein gesetzter Faktor für den Stil“, erklärt Konrad die weitere Einrichtung. Betrachtet man diese Elemente, zieht der Look in Nullkommanix ins Eigenheim ein. 

Wer es weniger aufwändig mag, kann sich mit den KUBBIS Hakenleisten schnell nordischen Flair nach Hause holen. Dafür die Leisten an einer leeren Wand komplett durchziehen. Das formschöne Design bringt mit seiner Funktionalität schnell einen reduzierten, skandinavischen Look. Wer mag, kann darunter noch Aufbewahrungsmöbel platzieren, wie zum Beispiel die IVAR Schubladen in einer Reihe. So entsteht schnell ein Sideboard für den Flur oder das Schlafzimmer und damit die erste skandinavische Ecke im „neuen“ Eigenheim.