Ein Stück Jordanien – bei IKEA

Die Kooperation mit der Jordan River Foundation war 2016 eine rasche Antwort von IKEA auf die Flüchtlingsbewegung aus Syrien ins benachbarte Jordanien. Heute, am Weltflüchtlingstag, stellen wir TILLTALANDE vor, die erste Kollektion, die aus dieser Zusammenarbeit entstanden ist.

TILLTALANDE ist eine Kollektion kostbarer, handgefertigter Textilien, die von jordanischen Frauen und Flüchtlingen – hauptsächlich Frauen aus Syrien – gefertigt werden. Viele Menschen in der Amman-Region sind qualifizierte Kunsthandwerker und IKEA möchte ihre Kompetenz ausbauen und mit TILLTALANDE etwas Besonderes schaffen: jordanische Textilien, die in jedem Zuhause gut aussehen.

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Die Kollektion – TILLTALANDE

Die Kollektion besteht aus handgewobenen Kissenbezügen, Bodenkissen und Teppichen. Ein ganz besonderer Hingucker ist der Kakteen-Kissenbezug. Der Stoff wurde mit dem Bild von einem Kaktus bedruckt, der in voller Größe vor einer der jordanischen Webereien steht. Überall dort, wo er auf dem Kissenbezug erblühen soll, wird er von den Kunsthandwerkerinnen mit selbstgemachten Quasten besetzt. IKEA ist es gemeinsam mit der Jordan River Foundation gelungen, die handwerklichen Fähigkeiten der Frauen zu nutzen, Arbeitsplätze zu schaffen und gleichzeitig eine Produktion sicherzustellen, die effizient genug ist, um erschwingliche Produkte hervorzubringen. "Es geht darum, ein tolles Design zu kreieren und gleichzeitig Arbeitsplätze für mehr als 100 Frauen zu schaffen. Einheimische und Geflüchtete arbeiten Seite an Seiten und gestalten einzigartige Produkte, die für die vielen Menschen erschwinglich sind“, sagt Ann-Sofie Gunnarsson, Partner Development Leader bei IKEA Schweden. Das Ergebnis ist also nicht nur ein einzigartiger Kissenbezug, sondern auch ein Beweis für eine großartige Zusammenarbeit. Wie der Kaktus, ist auch das Kamel ein starkes Motiv der TILLTALANDE Kollektion. "Das Kamel steht in engem Zusammenhang mit unserer Kultur und dem Erbe der Beduinen. Es ist ein sehr starkes Symbol unserer Tradition", sagt Faridon Abida, Designer bei der Jordan River Foundation.

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Bei TILLTALANDE dreht sich alles um gemeinsame Anstrengungen und darum, sich inspirieren zu lassen – von der jordanischen Tradition und Kultur, aber auch von den Farben und Landschaften. Auch die aufwendig in Handarbeit gewobenen Bodenkissen und Teppiche fangen genau diesen Aspekt ein. Das Weben ist eine typische Handwerkskunst der Beduinen, die seit Generationen von Mutter an Tochter weitergegeben wird. Die traditionelle Webart der Beduinen erfordert nicht nur großes Geschick, sie erfordert auch Zeit, Geduld und Mühe – aber vor allem Liebe zum Handwerk. "Das Weben von Beduinenteppichen ist eine feine Kunst. Jeder Teppich, den wir weben, wird mit Leidenschaft und harter Arbeit hergestellt. Es ist eine Ode an unser Erbe", sagt Amneh Al Gawanmeh, Weberin in der Bani Hamida-Weberei der Jordan River Foundation. 

Die TILLTALANDE Kollektion wird zum heutigen Weltflüchtlingstag in ausgewählten IKEA Einrichtungshäusern erstmalig zum Verkauf angeboten. Auch wenn sich Deutschland mit der Einführung der Kollektion noch bis zum nächsten Jahr gedulden muss, setzt IKEA mit dieser Initiative ein weiteres Zeichen im Kampf gegen Armut und soziale Ungerechtigkeit.

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Zusammenarbeit mit Sozialunternehmen

Schon seit einigen Jahren setzt sich IKEA dafür ein, für positive Veränderungen in der Gesellschaft zu sorgen, indem neue Einkommensmöglichkeiten geschaffen werden. Durch unsere Partnerschaft mit Sozialunternehmen wie der Jordan River Foundation ist es uns möglich, ihnen Zugang zum Weltmarkt zu verschaffen und ihnen unsere Geschäftskenntnisse und Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig können wir unseren weltweiten Kunden etwas Ungewöhnliches bieten: limitierte handgearbeitete Kollektionen, die mit der Verpflichtung, für soziale Verbesserungen zu sorgen, produziert werden und trotzdem noch erschwinglich sind. 

Die Entscheidung von IKEA, sich mit der Jordan River Foundation zusammenzuschließen, war 2016 eine rasche Antwort auf die syrische Flüchtlingskrise. Mehr als 5 Millionen Menschen flohen aus dem Land, viele in das benachbarte Jordanien. Der schnelle Start der gemeinsamen Initiative bedeutet jedoch keinesfalls auch ein schnelles Ende: mit TILLTALANDE wurde ein langfristiges Engagement angestoßen. Durch die erste Kollektion können wir in Jordanien 100 Menschen eine nachhaltige Lebensgrundlage bieten. Bis 2020 möchten wir dies für 400 Menschen möglich machen.

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Unser Partner in Jordanien – Jordan River Foundation

Die Jordan River Foundation ist eine Non-Profit-Organisation, die 1995 unter dem Vorsitz Ihrer Majestät, Königin Rania Al Abdullah, gegründet wurde. Die Jordan River Foundation hat bereits zahlreiche sozioökonomische Projekte für Frauen, Jugendliche und Kinder initiiert und bietet, unter anderem, Arbeitsplätze für weibliche Flüchtlinge und für arbeitssuchende jordanische Frauen. Viele der Projekte zielen darauf ab, die Fähigkeiten von Frauen bei der Herstellung von traditioneller Handwerkskunst zu fördern und ihr unternehmerisches Denken zu verbessern. Seit Beginn der Flüchtlingskrise gewährt Jordanien Zuflucht für schutzsuchende Menschen und trägt so als relativ kleines Land mit hoher Arbeitslosenquote, eine große Verantwortung. Die Jordan River Foundation arbeitet hart daran, die Krise abzumildern, indem sie Arbeitsplätze für weibliche Flüchtlinge und für arbeitssuchende jordanische Frauen schafft.

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Gemeinsam etwas bewegen – seit 2013

Wir bei IKEA sind der Überzeugung, dass es keinen besseren Weg aus der Armut gibt, als einen anständigen Arbeitsplatz zu haben. Aus diesem Grund haben wir 2013 begonnen, langfristige Partnerschaften mit Sozialunternehmen auf der ganzen Welt einzugehen und diese dabei zu unterstützen, Arbeitsplätze für gefährdete Bevölkerungsgruppen zu schaffen. Mit der Einbindung von Sozialunternehmen in die IKEA-Wertschöpfungskette wollen wir Frauen und sozial ausgegrenzte Menschen befähigen und deren Unabhängigkeit fördern. Und das ist für beide Seiten ein gutes Geschäft: IKEA kann so seinen Kunden einzigartige, handgefertigte Produkte von erfahrenen Handwerkern bieten und diesen wiederum zu einem besseren Lebensstandard verhelfen. IKEA hat derzeit Partnerschaften mit Sozialunternehmen in Indien, Thailand, Schweden, Dänemark, Holland, Belgien, Kroatien, den USA, Kanada, Uganda, Rumänien und Jordanien und trägt damit zum Lebensunterhalt von mehr als 10.500 Menschen bei. Bis 2020 möchte IKEA 20.000 marginalisierte Menschen mit abgesicherten Arbeitsplätzen versorgen.