Eine Reise zum Transport von morgen

Es ist ein gewohntes Bild auf deutschen Autobahnen: Auf der rechten Spur reiht sich ein Lkw hinter dem anderen. Klimaschutz fängt auf der Straße an. Aus diesem Grund haben jetzt mehrere Großunternehmen aus verschiedenen Branchen einen offenen Brief an EU Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker geschrieben. 

Unternehmen wie IKEA, Tchibo, Siemens und DB Schenker, deren Geschäft selbst vom Lkw-Verkehr abhängt, fordern von der EU-Kommission ein stärkeres Engagement für den Klimaschutz insbesondere im Verkehrssektor. 

E Tankstelle

Ein Viertel weniger Spritverbrauch für Lkw 

Denn dieser ist mittlerweile für 27 Prozent des gesamten Treibhausgas-Ausstoßes der EU verantwortlich. Vor allem strengere Regeln für Lkw-Abgase sind gefragt: So machen schwere Nutzfahrzeuge bereits ein Viertel aller Abgase des Straßenverkehrs aus - Tendenz steigend. Berechnungen der EU-Kommissionzeigen: Der Treibhausgas-Ausstoß der Lastkraftwagen wird (betrachtet von 2015 aus) bis 2030 um 28 Prozent zulegen. Wenn die EU die gesteckten Klimaschutzziele einhalten will, „müssen verkehrsbedingte und durch Lkw verursachte Emissionen dringend gesenkt werden“, heißt es in dem Brief. Bis zum Jahr 2025 soll der Spritverbrauch von Sattelschleppern um 24 Prozent gesenkt werden, so die Forderung. 

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) begrüßt das Engagement von IKEA, Tchibo, Siemens und Co. „Es zeigt, dass nicht nur Umweltverbände, sondern auch namhafte und sehr unterschiedliche Industrievertreter, Akteure aus dem Transportbereich und der Logistik von ambitionierten Lkw-Verbrauchsgrenzwerten profitieren werden und solche einfordern“, sagt Dietmar Oeliger vom NABU.

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Bis 2020 an jedem IKEA Ökostrom tanken

„Wir möchten nicht nur unsere Waren möglichst umweltfreundlich transportieren, sondern auch unsere Kunden dabei unterstützen, möglichst CO2 neutral zu uns zu gelangen“, sagt Armin Michaely, Sustainability Manager IKEA Deutschland. Dabei helfen nicht nur gute ÖPNV-Anbindungen und maßgeschneiderte Lieferkonzepte, sondern auch die Möglichkeiten der Elektromobilität. „Wir haben aktuell 53 Einrichtungshäuser in ganz Deutschland und können so eine gute Infrastruktur für E-Tankstellen zur Verfügung stellen“, so Michaely. Aktuell hat jeder zweite IKEA eine Elektrotankstelle, bis 2020 werden es alle sein. Das Investitionsvolumen beträgt über 5 Millionen Euro. 

E-Lkw transportiert BILLY & PAX in der Hauptstadt

Und auch eine emissionsfreie Auslieferung von IKEA Waren ist ab sofort auf dem Berliner Markt möglich: Rhenus, der Lieferservice-Partner von IKEA, hat jetzt drei Elektro-Lkw der Daimler-Tochter Fuso in der Hauptstadt im Einsatz - unter anderem auch für das IKEA Einrichtungshaus in Lichtenberg. „Das ist ein toller Beginn einer Reise zum Transport von morgen“, freut sich Einrichtungshauschef Dirk Gaißer. „Mit dem sogenannten eCanter wird die Ware lautlos und emissionsfrei zu unseren Kunden gebracht. Das ist ein überzeugendes Konzept, um unsere Innenstädte von Feinstaub und Lärm zu befreien.“