Urlaub zu Hause

Jeden Tag etwas Neues erleben, einen Überraschungsausflug mit Freunden unternehmen und unerwartete Entdeckungen machen – ein Urlaub zu Hause kann so richtig schön sein. Ich habe endlich Zeit für mich, in einer vertrauten Umgebung. Vielleicht habe ich dieses Jahr keine Lust auf lästiges Kofferpacken. Die gesamte Reiseroute organisieren. Ach, mich überhaupt auf ein fernes Reiseziel festzulegen!

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Etwa jeder achte deutsche Urlauber war 2017 weniger gut oder überhaupt nicht erholt, belegt eine Umfrage der DAK. Die Reisenden konnten nicht abschalten, hatten Stress mit der Familie oder Pech mit dem Wetter am Urlaubsort. Hinzu kommt die teure Reisekasse: Die Ausgaben betragen laut Tourismus-Analyse durchschnittlich 1.200 Euro, bei Fernreisen 2.100 Euro pro Person. Während den einen die vielen kleinen Entscheidungen wie die Planung von Tagesausflügen stressen, verlässt der andere ungern seine gewohnte Komfortzone. Warum also erst wegfahren? Doch auch beim Urlaub zu Hause bekommen viele den Kopf nicht frei. Vor allem diejenigen, denen es schwerfällt, Arbeit und Freizeit zu trennen. Sie behalten Tagesroutinen bei und erleben nichts Neues.

Ich habe mir für dieses Jahr einen 7-Tages-Plan vorgenommen, um mich auf einen unvergesslichen Sommer zu freuen – und zwar zu Hause. Mein Mantra dabei: Schöne Erinnerungen schaffen und Zeit mit anderen Menschen verbringen! Das heißt: Keine E-Mails anschauen, Ausflüge und Events fest einplanen und bloß nichts renovieren. Wie bei jedem Urlaub bedarf es bei den Aktivitäten mit Nachbarn, Freunden und Familie etwas Vorplanung – also ist der Sommeranfang ein guter Zeitpunkt, um schon mal Termine zu vereinbaren. Und wie geht’s weiter?

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7-Tages-Plan für den Sommerurlaub zu Hause

Tag 1 – Montag: Ankommen 

Loslassen ist schwierig? Nicht, wenn der Tag mit einem herrlich duftenden Frühstückskaffee und einer frisch aufgebackenen Zimtschnecke beginnt. Die perfekte Begleitung, während ich an meinem Erholungsplan der nächsten 6 Tage tüftle. In meinen Zuhause-Urlaub starte ich ganz entspannt: Eine Einkaufsliste schreiben, die passende Deko zusammensuchen, ein bisschen aufräumen – was erledigt ist, ist auch aus dem Kopf. Aber es sind Ferien: Unbedingt zwischendurch Pausen machen – auf dem Sonnenbalkon die Beine hochlegen und einen Latte trinken. Dabei freue ich mich schon mal auf die nächsten Tage freuen!

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Tag 2 – Dienstag: Hallo Nachbarn! 

Wie gut kennt ihr eure Nachbarn? Ich klingele eigentlich nur in Notfällen bei ihnen – die Klassiker von „ich habe mich ausgesperrt“ bis zu: „Habt ihr noch Zucker übrig?“. Eine Grillparty oder ein Hoffest ist perfekt, um sie näher kennenzulernen. Für die einfache Organisation der Teilnehmer, Getränke und die Kostenübersicht gibt es praktische Apps wie den Party- und Eventplaner Lite. In der Natur und mit mehr Zeit sind die Gespräche doch gleich spannender als die flüchtigen Begrüßungen im Waschkeller oder beim Abholen von Paketsendungen. Und anschließend weiß ich bestens Bescheid über neue Ausflugsziele und vielversprechende Serienempfehlungen. Euch fehlt der gemeinsame Garten? Wie wäre es dann mit einem „Running Dinner“ durch das Haus? Stockwerk für Stockwerk bereitet jeder einen Gang zu. Wenn eure Nachbarn aus verschiedenen Teilen der Welt oder Deutschlands kommen, bereitet jeder eine Köstlichkeit aus seinem Land oder seiner Region vor.

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Tag 3 – Mittwoch: Tourist in der eigenen Stadt

Wenn ich Freunden von außerhalb die Innenstadt zeige, bin ich immer wieder überrascht, welche Ausflugsziele ich noch gar nicht kenne. Denn neugierige Erkundungen sind meist Urlaubsangelegenheit und finden selten dort statt, wo man schon länger lebt. Warum nicht mal einen Tag lang ahnungslosen Tourist spielen – mit Sonnenhut und Kamera ausgestattet und völlig inkognito? Eine Stadtführung buchen, ein Museum besuchen, das höchste Gebäude besichtigen und etwas über die Geschichte lernen klingt super. Dabei kann ich vielleicht auch noch neue Lokale oder Lieblingsplätze entdecken – und beim nächsten Besuch von meiner Familie und meinen Freunden mit meinem neu gewonnenen Wissen beeindrucken.

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Tag 4 – Donnerstag: Familienzeit

Heute möchte ich mit meiner kleinen Nichte einen Wohlfühlort schaffen, während die Familie am Kaffeetisch sitzt und quatscht. Wir schnappen uns ihre Lieblingsbücher und verstecken uns in den Kissen – mit einer Decke basteln wir uns eine Höhle und denken uns Geschichten aus. Beliebt sind auch Tipis, die sehen besonders hübsch aus, wenn man sie außen mit einer Lichterkette dekoriert. Und wenn wir noch Zeit haben, basteln wir ein Raumschiff aus alten Pappkartons – oder wir schaffen uns eine Geisterbahn! Für die ganze Familie stellen wir aus einer Kissenlandschaft ein Kino zusammen – Filmplakate malen, Popcorn vorbereiten, Eintrittstickets basteln. Überlegt einfach mal, was ihr alles zu Hause mit ganz simplen Mitteln und etwas Zeit erschaffen könntet! Wenn ihr nicht so viel Platz habt, könnt ihr auch Experimente machen, zum Beispiel Schleim herstellen! Dafür braucht ihr nur etwas Wasser, Lebensmittelfarbe und Speisestärke.

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Tag 5 – Freitag: Action mit Freunden  

Als ich klein war verbrachten wir die Sommerferien im Freibad oder beim Kanufahren. Für meine Eltern war der Spaßfaktor wohl eher mittelmäßig. Inzwischen bevorzuge ich einen Besuch im Kletterpark oder Hochseilgarten, wo für jede Altersstufe etwas dabei ist. Diesen Sommer möchte ich etwas Neues ausprobieren, was ich noch nie gemacht habe: Stand-up-Paddlingauf dem Rhein. Einen neuen Kletterparkausprobieren. Den ältesten deutschen Barfußpfadin Bad Sobernheim besuchen. Auf ein Hofgut fahren und Wildblumen pflücken.Voll im Trend liegen auch Tastings und Crafting. Dazu zählt hochwertige Fruchtsäfte, Gin-Sorten oder Whiskey mit Schokolade zu verköstigen, eigenes Bier zu brauen oder eine selbst gewürzte Bio-Wurst zu kreieren – zahlreiche Metzgereien bieten inzwischen Wurst-Workshops an.

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Für deutsches Regenwetter eröffnen derzeit immer mehr Trampolinparks. Hier kann man sich beim Bouldern in ein Schaumstoffbecken fallen lassen, 3-D-Völkerball spielen und freundschaftliche Kämpfe mit überdimensionierten Wattebäuschen austragen. Passend zur WM ist auch Bubble-Fußball ein großer Spaß – mit einer aufgeblasenen Kugel umgeschnallt muss das Runde ins Eckige. Neben dem Ball fliegen schon mal die Spieler über den Platz, denn mit dem Kugeln kann man die anderen wunderbar anrempeln, ohne dass diese sich verletzen. Mit optischen Täuschungen sorgt das 3-D-Minigolfen im Dunklen für Action und auch der Besuch eines Escape-Raums sorgt für Nervenkitzel – hier löst man zusammen mit Freunden ein Rätsel, um aus dem Raum wieder rauszukommen. Abends bin ich wohlig erschöpft, lege die Beine hoch und entspanne mit einem Tee oder Wein.

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Tag 6 – Samstag: Die Ferne nach Hause holen 

Zum Finale gibt es einen Motto-Tag: la maison française. „Guten Morgen” heißt heute „Bonjour!“, der Soundtrack des Tages sind melancholische Chansons. Mit Lavendel auf dem Balkon und frischen Kräutertöpfchen auf dem Esstisch kommt schnell Provence-Gefühl auf. Im Bad verbreitet eine französische Seife ihren Duft. Auf den Tisch kommen Meeresfrüchte oder Gemüse-Ratatouille mit Aubergine und Fenchel, Kirsch-Clafoutis und gegrillte Pfirsiche mit Minze. Für den Ausklang eines stimmungsvollen Abends gibt es mit „Die fabelhafte Welt der Amélie“, „Willkommen bei den Sch’tis“, „Ziemlich beste Freunde“, „Das Parfum“ oder „Taxi“ ein kleines Training für die Bauchmuskeln.

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Wer es nicht so mit Frankreich hat, darf ganz in Schwedenstimmung schwelgen: Lecker Köttbullar mit Preiselbeeren essen und Blumenkränze flechten. Freunde zum üppigen Schwedenbuffet einladen. Die Wohnung mit Feldblumen dekorieren und Lördagsgodis naschen. Und nach einem hyggeligen Tag ein paar Kerzen anzünden und einen spannenden Abend mit Henning Mankell verbringen – oder bei der Serie „Schwedisch für Anfänger“ über Deutsche und Schweden schmunzeln. 

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Tag 7 – Sonntag: Fließender Übergang in den Alltag

Die abwechslungsreiche Woche endet mit einem entspannten Sonntag. Nach einer Reise ist oft gar nicht so viel Zeit zum Kofferauspacken vor dem ersten Arbeitstag – aber wenn nach einem Urlaub zu Hause nur ein paar liegen gebliebene Dinge aufgeräumt werden müssen, geht es schneller. Ein Tag genügt, um wieder in den Alltagsrhythmus zurückzufinden. Ich erledige wieder mehr Dinge in kürzerer Zeit, erlaube mir aber noch Verschnaufpausen. Ich schaue mir dann zwischendurch die Fotos der Ausflüge an und lasse die Urlaubswoche Revue passieren. Sieben Tage Netflix-Marathon auf der Couch oder Abwechslung, Action und Tagesmottos – wie stellt ihr euch den schönsten Urlaub zu Hause vor.